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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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Die Armee in der Bewegung.

Die Versammlung des I. Corps bei Stecken wäre mithin schonam 4. Nachmittags möglich, um mit diesem einen Angriff auf Deutsch-Brod zu versuchen. Verschiebt der Colonnencommandant den Angriffauf den Morgen des 5., so könnte auch die IV. Division mitwirken 1 );die V. und die VI. Division aber erst im Anmarsche begriffen sein. Ersterewürde Deutsch-Brod nicht vor Mittag, letztere aher erst Abends er-reichen.

Es werden somit zwei Divisionen auch am 5. sich am Kampfe nichtbetheiligen können, obschon bereits ein zweiter Tag für die Concentri-rung verwendet worden.

Der Angriff müsste daher auf den 6. verschoben werden, wennes nothwendig schiene, alle Divisionen dabei in Thätigkeit zu setzen.

Unternähme der Colonnencommandant den Angriff schon am 5.mit vier Divisionen, so müsste er sicher sein, es nicht mit bedeu-tend überlegener Macht des Gegners zu thun zu haben. Denn ab-gesehen davon, dass er auf die V. und VI. Division nicht rechnendürfte, könnte selbst der Munitionspark nur bis Stannern gelangenund bliebe sonach immer noch 5 Meilen vom Kampfplatze Deutsch-Brod entfernt.

Was nun die Ausscheidung des Trains betrifft, so hätte derColonnencommandant wohl am zweckmässigsten schon am 4. denPunkt Stannern zur Sammlung des grossen Trains für das I. Corpszu bestimmen. Die Divisionen des II. Corps müssten aber wegen ihrerVerpflegung an diesem Tage den grossen Train noch bei sich be-halten und dürften ihn erst am 5. ausscheiden. Vorteilhaft wärees, denselben gleichfalls bei Stannern zu parkiren, wohin auch derbei der Armeecolonne befindliche Theil des Munitionsparkes zu diri-giren käme.

Ein Angriff auf Deutsch-Brod Hesse sich übrigens nur dannunternehmen und mit Aussicht auf Erfolg durchführen, wenn derColonnencommandant schon beim ersten Zusammenstosse mit demFeinde in Stecken zur Ueberzeugung gelangte, dass er ohne weitereUnterstützung den in Deutsch-Brod befindlichen Gegner zurückwerfenkönne.

Wäre dieser jedoch bedeutend überlegen, so müsste selbstver-ständlich nebst der Concentrirung der Divisionen auch das Eintreffen

') Die wechselseitige Entfernung der Divisionen am 4. und 5. zeigt Marsch-plan 3 (Taf. E), welcher die graphische Darstellung des Abrückens derim Marschplane 1 ersichtlichen Armeecolonne, jedoch mit der geschil-derten Abweichung, vom 4. Marschtage abwärts enthält.