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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§ 4. Innere Anordnungen bezüglich des Marsches hei einer Armeecolonne. 21

einer oder mehrerer, der auf Parallelstrassen vorrückenden Neben-colonnen innerhalb der erwähnten Zeit zu gewärtigen sein, was imBereiche der Möglichkeit liegt, wenn die Armee ähnlich wie in SkizzeI oder II Tafel F im Kaume vertheilt wurde.

9 .

Sollen bei einer Armeecolonne von zwei Corps oder sechs Di-visionen, diese in verkürzten Abständen von je einer Meile hinter-einander bivakiren, und mit grossem Train marschiren, so ist es imSommer vorth eilhaft, das Abrücken in zwei Abt heil ungen (Staf-feln) anzuordnen, weil dadurch die ganze Armeecolonne die Bewegungfortsetzen kann, ohne dass einzelne Divisionen zu einem Basttagegenöthiget werden.

Man lässt entweder die geraden oder ungeraden Divisionen denersten Staffel, die ungeraden oder geraden Divisionen den zweitenStaffel bilden. Bücken z. B. die I., III., V. Division zuerst ab, so könnensie den Marsch gleichzeitig antreten, weil ihre Bivakplätze 2 Meilen voneinander entfernt sind. Wäre die Aufbruchsstunde 2 Uhr Morgens undbetrüge der Tagmarsch nicht mehr als 3 Meilen, so werden die ungera-den Divisionen mit ihren Teten längstens um 9 Uhr Früh ihre Bivaksgleichzeitig erreichen.

Lässt man dann die Divisionen II, IV, VI erst um L Uhr Nach-mittag aufbrechen und sind ihre Bivaks zwischen den ungeradenDivisionen ausgemittelt, so können am Ende des Tages alle Divi-sionen wieder in ihrer ursprünglichen Beihenfolge hintereinanderiagern.

Durch diesen Vorgang werden die Stunden der grössten Hitzevermieden und dem zweiten Staffel, welcher erst in der Nacht seineBivaks bezieht, erwächst daraus kein Nachtheil, weil jede dieser Di-visionen die zur Besorgung ihrer Lagerbedürfnisse erforderliche Mann-schaft gleichzeitig mit dem ersten Staffel abrücken lassen kann, so dassder zweite Staffel beim Einrücken in das Lager bereits Alles vorbereitetfindet.

In dieser Weise kann man selbstverständlich eine Marschbewe-gung nur dort einleiten, wo sich die nöthigen Lagerplätze an der Marsch-strasse oder doch nicht zu sehr abseits von ihr vorfinden.

Müssen die Streitkräfte einer Armeecolonne noch mehr concen-fvirt beisammen gehalten werden, so lässt man sie in der Gefeeh ts-nolonne auf verkürzte Abstände bivakiren, die auf die Hälfte