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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§. 10. Concentrirung der Kraft zur Schlacht.

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ges Manöver doch eine blos scheinbare Defensive, um den offensivenRückschlag um so kräftiger führen zu können. Es lässt sich mit demZurückweichen von dem Rande eines zu überspringenden Grabens ver-gleichen, um der Körperschwere jene Schwungkraft zu geben, die zuder nöthigen Bewegung in richtigem Verhältnisse steht.

Ist die Concentrirung der Armee bewirkt, so muss der Gegenstossmit ganzer Macht erfolgen. Denn in dem Maasse, als hiemit gezaudertwird, gehen auch alle Vortheile des, durch theilweises Weichen gewon-nen Zeitvorsprunges verloren. Dem Gegner wird hiedurch Zeit gelassen,auch seine Armeetheile zu versammeln, um gleichfalls den Angriff mitder Gesammtkraft auszuführen.

Die Tete der französischen Armee stand 1805 hei Brünn und diealliirten Oesterreicher und Russen benöthigten volle fünf Tage, um denMarsch von Olmütz nach Raussnitz (7 Meilen) auszuführen. Hiedurchfand Napoleon Zeit, sich bei Brünn selbst durch die in Iglau (11%Meilen) und Göding (8% Meilen) befindlichen Heerestheile zu ver-stärken.

Die Schlacht von Bautzen, 20. und 21. Mai 1813, zeigt die Nach-theile des zu langen Zuwartens in einer Stellung, nämlich vom 13. bis20. Mai. Napoleon war dadurch Gelegenheit geboten, auch MarschallNey, der am 11. Mai bei Torgau über die Elbe gegangen war, gegendie Flanke der schlesischen Armee zu dirigiren. Da 60.000 Mann unterNey’s Befehl standen, so wäre dieser immerhin namhafte Theil Na-Poleon’s Gesammtmacht entgangen, wenn die schlesische Armee, anstattden Angriff abzuwarten, mit diesem um zwei Tage früher selbst be-gonnen hätte. Denn noch am 17. war Ney mit drei Corps gegen 8 Mei-len von Bautzen (Senftenberg, Kalau, Luckau) entfernt.

Jedes entschiedene Vordringen einer Armee birgt in sich dasStreben zum Angriffe, und mit diesem darf man selbst dann nie zögern°der von demselben ablassen, wenn sich beim Gegner das nämlicheStreben zeigt. Nur durch das Festhalten an dem einmal gefassten Ent-schlüsse lässt sich das moralische Uebergewicht erringen, und diesbe-züglich sagt Napoleon I.: „Beim Beginne eines Krieges istw ohl zu erwägen, ob man offensiv vorgehen könne odern icht; hat man sich aber einmal zum Angriffe entschlos-sen, so muss man auch bis zum Aeussersten dabei ver-harren,“

Wer gleich dem Drucke und Willen des Gegners nachgibt; werselbst günstige Momente ungenützt vorübergehen lässt und die eben