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Die Armee in der Bewegung.
mögliche Entscheidung hinausschiebt, um vielleicht noch günstigereals die eben sich darbietenden Chancen abzuwarten; wer anstatt sobaldals möglich zu durchgreifender That sich aufzuraffen, den Ereignissenzuwartend entgegensieht, mit der Hoffnung, die im Momente scheinbarschwer zu erzielenden Resultate vielleicht später mit weniger Anstren-gung und Opfern zu erlangen; endlich wer überhaupt lange überlegt,berechnet, alle Fälle vorhersehen will und am Ende doch noch zaudert— der legt immer die Saat zu endlicher Niederlage.
Jeden General, welcher einen bereits errungenen Vortheil aufgab,traf Napoleon I. mit dem härtesten Tadel, und mit Recht sagte eranlässlich des Rückzuges des Herzogs von Reggio auf das linke Uferder Dwina 1812 J ): „dass der Krieg eine Thätigkeit sei, wodie Meinung, die man über sich und über den Feind hat,entscheidend ist“, und „es sei eine Kunst, sich beim Geg-ner in eine günstige Meinung zu versetzen, und sobaldman diese erlangt hat, sich darin zu erhalten“. „DerWaffenruhm einer Armee geht im Kriege über Alles undist einer wirklichen Uebermacht gleich zu achten.“
Ueber die Concentrirung einer Armee zur Schlacht unter schwie-rigen Verhältnissen geben die Feldzüge 1807 und 1809, aus denen diebezüglichen Episoden hier folgen, die lehrreichsten Beispiele.
Aus dem Feldzuge 1807.
Operationen vom 4. bis 10. Juni.
(Hiezu Uebersiclitskarte O.)
In den Operationen der französischen und der verbündeten rus-sisch -preussischen Armee tritt, während der Belagerung von Danzigdurch die Franzosen, ein längerer Stillstand ein. Diesen benützten beideTheile, um Verstärkungen heranzuziehen, so dass das wechselseitigeVerhältniss sich folgendermassen gestaltet.
‘) Veranlasst wurde dieser Ausspruch dadurch, dass der Herzog von Reggio,welcher Anfangs mit Erfolg gegen das Corps Wittgenstein gefochtenhatte, sich in Folge der irrigen Auslegung der Ordre de Bataille fürschwächer hielt als den Gegner, obschon ihm um '/a mehr Streitkräftezur Verfügung stand. Und so gab er die Initiative, die er ursprünglichhatte, freiwillig auf, nur, weil er den Feind für stärker hielt, als eswirklich der Fall war; ohne Veranlassung liess er die Russen im Besitzedes Schlachtfeldes, was diese als einen grossen Sieg verkündeten.