§. 17. Formationen der Armee bei Flussübergängen etc.
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Vom Morgen des N ten + 3 an beginnt die Concentrirung ander ßistritz.
Hiedurcb tritt bei den vorderen Divisionen des Truppenechiquiersein Stillstand ein, während alles Uebrige in der Bewegung bleibt. AmAbende des N ten 4- 3 ist das Truppenechiquier auf verhältuiss-mässig engem Raume concentrirt. Der grosse Train der Divisionenund sämmtliche Reserveanstalten zweiter Linie jedoch bleiben imEchiquierverhältnisse in die Tiefe ausgedehnt, weil ein engeres Zu-sammenschieben der Reserveanstalten im Ealle eines Rückzuges dienachtheiligsten Folgen herbeiführen könnte.
Die Rücksicht für die Deckung sämmtlicher Reserveanstalten,welche selbst während der Schlacht niemals aus dem Auge gelassenwerden darf, beschränkt die Wendungsfähigkeit der Front einer Armee;zumal wenn eine solche Front Veränderung nicht aus eigenem An-triebe , sondern in Folge einer überraschenden Bewegung des Feindesnothwendig wird.
Würde z. B. die an der Bistritz concentrirte Armee zur oderwährend der Schlacht die Frontrichtung nach der Linie Podiebrad-Krinetz nehmen müssen und danach zum Rückzuge über Pardubitznach Olmütz genöthigt, so ist wohl einleuchtend, dass der Zeit unddem Raume nach die Reserveanstalten unmöglich rechtzeitig in dasihnen zukommende V erhältniss auf diese Rückzugslinie versetzt werdenkönnten, daher gegen Wien sich zurückziehen müssten.
Unter solchen Umständen ist die Armee mit einem Pendel ver-gleichbar. Die in vorderster Linie befindlichen Truppen bestimmen denHaftpunkt, die in die Tiefe vertheilten Reserveanstalten die Länge desPendels, daher bei jeder Schwingung, die von den einzelnen Theilenzurückzulegenden Räume in dem Maasse grösser entfallen, je grösserder Schwingungsbogen ist und je entfernter die Theile vom Haft-punkte sich befinden.
Ein solch’excentrischer Rückzug des Truppen-und Trainechiquierswäre einer Katastrophe gleich zu achten, weil der fernere Bestand derArmee durch die Entblössung von allen Bedürfnissen in Frage ge-stellt würde. Hieraus ergibt sich, dass die Armeeleitung bei jeder Ent-wicklung zur Scnlacht, die mit einer Directionsveränderung verbundenwäre, hauptsächlich auf die Bewegung der Reserveanstalten Rücksichtzu nehmen und dieselbe immer rechtzeitig anzuordnen hat.
Die Verpflegseinleitungen werden so getroffen, dass die am N ten-f 2 und N ten -f- 3 über die Elbe in ihre Aufstellungen rückendenTruppen mit viertägigem Vorrathe versehen sind.