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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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175
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§.. 18. Wahl der Uebergangspunkte und Anordnungen etc. 175

sichtigt, denselben immerhin mit hinreichenden Kräften am linkenUfer beobachten lassen; namentlich dann, wenn dem Gegner durcheinige Brückenköpfe die Möglichkeit geboten wäre, Offensivbewegun-gen auf das linke Ufer auszuführen.

Zu einer solchen Beobachtung Messen sich die 1. und 2. Colonne(IV. und V. Corps) verwenden, während gleichzeitig die 3 übrigenColonnen (I., II., III. und VI. Corps) an geeigneten Uebergangspunktensüdlich von b concentrirt werden (Uebergang in Masse oder mit ver-kürzter Gefechtsfront) und auf das rechte Ufer übergehen. Dabei wärezu trachten die Einleitungen so zu treffen, dass, falls es am rechtenUfer zur Schlacht käme, sich auch der grössere Theil des IV. und V.Corps heranziehen Messe.

Der Armeetrain dürfte erst dann auf das rechte Ufer setzen,wenn dort bereits so viele Kräfte vorhanden sind, dass sie denselbenzu decken vermögen.

Kann die Bewegung am rechten Ufer wieder in der ursprüng-lichen Richtung gegen R fortgesetzt werden, so unterliegt der Ueber-gang aus der Seitenmarschformation E in dasEchiquierverhältniss nachder ursprünglichen Marschrichtung keinen besonderen Schwierigkeiten.

Müsste die Armee jedoch aus dem Rockadeverhältnisse E in dieRichtung R übergehen, so wird eine complicirtere und jedenfalls zeit-raubendere Verschiebung der Divisionen, beziehungsweise der Corpsnothwendig. Es können nämlich im günstigsten Falle, wenn alleDivisionen sich gleichzeitig gegen den Fluss in Marsch zu setzen ver-möchten , anstatt 5 nur 4 Colonnen gebildet werden; vorausgesetzt^dass ihnen auch eben so viele Brücken zur Verfügung stehen.

Die Divisionen von 5 Corps (I bis V) hätten aber während desSeitenmarsches ihre Eintheilung anstatt hintereinander, nebeneinander,und jede der 3 Colonnen, vom rechten Flügel an, würde 5 Divisionenvon fünf verschiedenen Corps enthalten; nur jene des VI. Corps, dieursprünglich hinter 3 Armeecolonnen vertheilt waren, könnten sichhintereinander in eine Colonne (die 4.) formiren.

Je nachdem dann die Divisionen mit grossem oder kleinem Trainmarschiren, hätte jede der 5 Divisionen zählenden Colonnen 8 bis 10Meilen Tiefe.

Für den gleichzeitigen Uebergang des Trainechiquiers müsstemindestens die nämliche Anzahl von Brücken (mithin im Ganzen 8)zu Gebote stehen und auch bei selbem würde während des Rockade-verhältnisses der innere Verband gestört. Mit Rücksicht auf die obenberührte Colonnenlänge (8 bis 10 Meilen) dauert dieser Zustand min-