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Die Armee in der Bewegung.
destens durch 3 bis 4 Tage an. Ein Zuschnb der Verpflegung zu denDivisionen kann nur aus den seitwärts des Truppenechiquiers mar-schirenden Verpflegstrains geschehen, und es würde derselbe wegenunvermeidlicher Kreuzungen und daraus entstehenden Verwirrungen,daher nur äusserst mangelhaft erfolgen können. Aus diesem Grundemüssten die Divisionen schon vor Beginn eines solchen Seitenmarschesauf die ganze Dauer desselben mit dem nöthigen Verpflegsvorratheversehen werden.
Es wird mithin klar, dass die Wiederformirung der Armee-colonnen mit zweckmässiger Formation der Armeecorps und des Trainsnach der Richtung R“ auf dem jenseitigen Ufer sehr sorgfältigeMarscheinleitungen und unbedingt den Zeitaufwand von mehrerenTagen erfordert.
III.
Wird das Echiquier durch einen Fluss gespalten,so ist dies jedenfalls ein Nachtheil; namentlich bei Wasserläufen, wodie vorhandenen oder überhaupt benützbaren Uebergangsstellen nichtin dem Maasse dicht neben einander liegen, dass die durch den Flussgetrennten Armeegruppen im Bedarfsfälle auch rasch versammeltwerden können.
Bei den sehr starken Armeen der Gegenwart, von nahezu einerhalben Million Streitern, die wenigstens 6 bis 8 Bewegungslinien be-nöthigen, ist es aber undenkbar, dass das Echiquier sich nicht wenig-stens zeitweilig auf beiden Ufern eines Flusses bewegen muss, wiez. B. bei einer Operation von Wien am rechten Donauufer aufwärts,da bis zur Enns blos 3 Parallelstrassen führen. Es ist daher von gros-sem Vortheile, wenn ein Theil der Armee auch auf dem linken Strom-ufer in Bewegung gesetzt werden kann. Da westlich von der Enns dieVervielfältigung der Colonnen möglich wird, so liesse sich der auf daslinke Ufer detachirte Armeetheil bei Mauthhausen oder Linz wiederauf das rechte Ufer ziehen.
Bei einer Vorrückung zwischen der Weichsel und dem Bug gegenNorden würde, um eines ferneren Beispieles zu erwähnen, dasEchiquier gleichfalls während mehrer Tagmärsche durch den Wieperzgespalten.
Ist ein das Echiquier trennender Fluss schiffbar, so hat derselbefür den Zuschub um so grösseren Werth, je stärker die Armee ist,wenn für diesen Zweck keine Eisenbahn zu Gebote steht und der