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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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Die Armee in der Bewegung.

wenn einmal der Feind mit dem Uebergange überrascht hat — unddies geschieht immer — findet er den Gegner in einer zersplittertenStellung und hindert ihn, sich zu vereinigen.

Alle diese Verhältnisse sind um so fühlbarer, wenn der Feind vielleichte Ca Valerie und die Gewohnheit solcher Bewegungen hat."

Je stärker eine Armee ist, einen um so grösseren Flussabschnittkann sie besetzen und sich zu beiden Seiten der Operationslinie aus-breiten.

Die Umgehung solcher Abschnitte wird mit zunehmender Stärkeder Armeen in dem Maasse schwieriger, als: die Verbindungsliniepreisgegeben werden muss; ein Zeitverlust von mehreren Tagenentsteht, den die Verschiebung so bedeutender Massen erfordert, end-lich, wie bereits erwähnt, die Wendungsfähigkeit der Armee über-haupt beschränkt ist. Der Angreifer wird daher genöthigt sein, an meh-reren Punkten zugleich offene Gewalt anzuwenden. Da hiebei durchdie Vertheilung der feindlichen Streitkräfte und die Verfassung, inwelcher sich dieselben befinden, die mit und nach dem Uebergange zuverfolgenden Zwecke, endlich durch Zufall die verschiedenartigstenVerhältnisse herbeigeführt werden können, so lässt sich nur dasWesentlichste davon in Kürze erwähnen.

Die Anwendung offener Gewalt wird im Allgemeinennothwendig, wenn der Flussübergang und die Entwicklung jenseitsunter der störenden Einwirkung des Feindes erfolgen müssen.

Die dabei nöthige Uebermacht verschafft man sich durch forcirteMärsche gegen eine vernachlässigte oder vom Feinde nur schwachbesetzte Uebergangsstelle; durch Scheinangriffe, welche den Gegnerverleiten, seine Hauptmacht auf einem von der gewählten Uebergangs-stelle entfernten Punkte zu concentriren, endlich durch die Wahleiner Uebergangsstelle, wo der Feind in Folge des Uferterraius seineKräfte nur zu geringem Theil zur Geltung bringen kann.

Bei Annäherung an eine vom Feinde besetzte Flussstrecke er-scheint selbe schon durch die Ausdehnung der Vortruppen überall be-droht. Eben dadurch bleibt der gewählte Uebergangsp linkt verbor-gen und es gelingt oft durch Zufall der Uebergang dort, wo nur einScheinangriff beabsichtigt war.

So war z. B. 1799 bei Forcirung der Adda von Seite der Oester-reicher der Uebergang mit der Hauptmacht bei Trezzo beabsichtigt.Es lag demselben eine taktische Disposition und angestrengte Thä-tigkeit bezüglich der technischen Vorbereitungen zu Grunde.