§. 19. Directe Vertheidigung einer Flussstrecke.
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Auch war der Brückenschlag wegen des frühem schwerem, da-her unbehilflicheren Materiales mit mehr Zeitaufwand verbunden alsgegenwärtig, wodurch der Vertheidiger Gelegenheit erhielt, noch zurrechten Zeit zu erscheinen. Hauptsächlich aber war man wegen dieserNachtheile gezwungen, bei sonst zahlreichen an einem Flusse vorhan-denen Uebergangspunkten sich nur auf jene zu beschränken, welcheentweder der Eigenthümlichkeit der Ponton- oder der Laufbrücken-einrichtung besonders zusagten.
Durch die Vervollkommnung der Kriegsbrücken sind die Fluss-übergangsstellen gegen ehedem gleichsam vermehrt. Es gibt unterdiesen Verhältnissen wenige Uferstellen, wo nicht ein Uebergang mög-lich wäre. So finden sich z. B. an der österreichischen Elbe nichtweniger als 79 Stellen, wo Kriegsbrücken geschlagen werden können.
Nicht selten werden aber die in den früheren Kriegen unter an-deren Verhältnissen gemachten Erfahrungen noch gegenwärtig zurBasis von Theorien über Flussvertheidigung genommen. Man legtselbst unbedeutenden Flüssen eine zu grosse Wichtigkeit für die directeVertheidigung bei, während doch in den letzten Feldzügen, wo das neueBrückensystem zur Anwendung kam, bei Flussübergängen in Italien,Ungarn und Böhmen keinerlei nennenswerthe Schwierigkeit zu über-winden war.
Nach all’ dem unterliegt es wohl keinem Zweifel, dass einedirecte Flussvertheidigung, je nach der Bedeutenheit des Gewässers,nur Zeitgewinn zum Zwecke haben kann.
Bezüglich der directen Flussvertheidigung spricht sich Napo-leon I. in seinem Schreiben vom 15. März 1813 an Eugen zu Leipzigfolgendermassen aus:
„Man muss den Grundsatz aufstellen, dass der Feind den Elbe-fluss passiren kann, wo und wie er will. Niemals hat ein Fluss längerals einige Tage aufgehalten und der Uebergang kann nur verwehrtwerden, wenn man Truppen in Brückenköpfen aufstellt,die auf dem feindlichen Ufer liegen.
Dieselben sollen bereit sein, die Offensive zu ergreifen, wenn derFeind den Uebergang beginnt. Wenn man sich aber auf die Defensivebeschränkt, so bleibt nichts übrig, als die Truppen so zu vertheilen,dass man sie in Masse vereinigen kann, um auf den Feind zu fallen,bevor sein Uebergang bewerkstelligt ist. Aber es ist nothwendig, dassdie Umstände es erlauben und Alles gehörig vorbereitet sei.
Nichts ist gefährlicher als zu versuchen, einen Fluss ernstlich zuvertheidigen, wenn man die Truppen längs desselben vertheilt; denn