Die Armee in der Bewegung.
macht durch das Thalwasser gespalten. Eine wechselseitige rascheUnterstützung der Theile würde gehindert und der herbeieilende Ver-theidiger käme in die Lage, mit seiner Gesammtkraft auf einen solchenTheil zu wirken und, nach Zurückweisung desselben, durch den Brücken-kopf sich gegen den andern zu wenden.
Würde aber der Feind, ohne sich früher in den Besitz derBrückenköpfe zu setzen, mit Beiseitelassung derselben gegen denHauptreplipunkt des Vertheidigers R vorrücken, so setzt er sich derGefahr aus, von diesem, welcher einen solchen vom Feinde im Rückengelassenen Brückenkopf auf dem vom Gegner freien Ufer rasch er-reichen kann, im Rücken angegriffen zu werden und seinen Rückzugganz zu verlieren.
5. Eine solche, durch doppelte Brückenköpfe befestigte Manövrir-linie bietet auch in dem Falle namhafte Vortheile, wenn grössere Seiten-thäler, durch die der Feind gleichfalls in das Hauptthal gelangen kann,innerhalb dieser Manövrirlinie einmünden (Fig. 37).
Der von F gegen b oder a vorrückende Feind kann sodann imRücken gefasst werden, da der Vertheidiger durch den Brückenkopf coder b auf die nach F führende Verbindungslinie des Angreifers zu ge-langen vermag.
Die Kriegsgeschichte zeigt, wie häufig halbe Brückenköpfe un-richtig angewendet wurden. So war jener hei Drissa an der Düna1812 nur am linken Ufer angelegt, und der Fluss kein Hinderniss,weil er an einigen Stellen zunächst des Brückenkopfes durchwatetwerden konnte. Auch bot das Innere desselben keine Ressourcen fürlängeren Aufenthalt einer starken Armee. Deshalb wurde er von derrussischen Armee auch gar nicht benützt.
Obwohl nicht directe auf der nach Petersburg führenden Haupt-strasse gelegen, hätte dieser Brückenkopf dennoch den Zweck er-füllen können, wenn die Düna nicht zu durchwaten, oder überhauptein grösserer Strom wäre; an diesem Punkte ferner nicht ein halber,sondern ein doppelter Brückenkopf (Centralplatz) angelegt und mitAllem versehen worden wäre, um einer über 100.000 Mann starkenArmee längeren Aufenthalt zu ermöglichen.
Im Feldzuge 1859 stand die österreichische Armee mit ihrerHauptmacht zwischen dem Ticino, der Sesia und dem Po. Sie hatte amrechten Ticino-Ufer bei S. Martino an der von Novara nach Mai-land führenden Poststrasse und Eisenbahn einen halben Brückenkopf.
Die Vernachlässigung des linken Ufers war Ursache, dass auf dieNachricht, die französische Armee sei oberhalb des Brückenkopfes