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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§. 21. Anlage, Stärke unil Avmirung der Befestigungen.

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Bei der Befestigung von Beichs-Centralplätzen, wie z. B. Wienund Pest-Ofen, genügen imAllgemeinen Werke von solcher Stärke, dieden gewaltsamen Angriff ausschliessen und den Feind überhaupt zuregelmässigem Angriffe nöthigen. Die blossen Vorbereitungen hiezu er-heischen wenigstens mehre Wochen.

Erwägt man, dass eine feindliche, wenu auch siegreiche Armeedoch nur marschirend unserer geschlagenen Armee nachfolgen kann,alle übrigen in der Monarchie zerstreuten Truppen aber mittelstEisenbahn sich au der mittleren Donau sammeln können, so schwindetjede Gefahr, dass es einem Feinde je gelingen werde, einen solchenCentralplatz zu cerniren, ohne dass sich eine hinreichende Macht zurVertheidigung und Behauptung desselben versammeln liesse.

Man denke sich Wien befestigt und die Schienenwege in derjetzigen Vollendung und vergleiche hiemit die Feldzüge 1805 und1809.

Stets zählte die Garnison von Wien 20- bis 25.000 Mann; selbstnach Katastrophen, wie bei Ulm und Begensburg, bot noch ein Theilunserer Armee dem Feinde die Stirne, wie z. B. 1805 30.000 Mannunter Kutusow, 1809 eben so viel unter Hiller, was immer einevorläufige Gesammtbesatzung von 50.000Mann ergab.

Von der Katastrophe, welche den Bückzug der Armee veran-lagte, bis zum Eintreffen der ersten feindlichen Colonneu vor Wien, dieauch, wenn Eisenbahnen vorhanden gewesen wären, in Fussmärschenvorgehen mussten, verstrich ein Zeitraum von 17 und 27 Tagen; 1805,vom Falle Ulm’s, 17. October, bis zum Eintreffen der Franzosen inWien, 13. November, 27 Tage; 1809, von der Schlacht von Begensburg,23. April, bis zum Eintreffen des Feindes vor Wien, 10. Mai, 17 Tage.

In solchen Zeiträumen wird es gegenwärtig immer möglich sein,weitere 20- bis 30.000 Mann, hauptsächlich Infanterie, aus den übrigeuGarnisonen der Monarchie und selbst von den übrigen im Felde befind-lichen Armeen mittelst Eisenbahn nach Wien zu schaffen, um 70-bis 80.000 Mann dem Feinde an der befestigten Gürtellinie entgegenzu stellen, die ihn so lange festhalten können, dass selbst die übrigen imBückzuge befindlichen Heertheile (1805 und 1809 die Armeen ausItalien und Tirol) in Wien einzutreffen vermögen.

Nach der gegenwärtigen Heeresorganisation liessen sich nachAbschlag der nothwendigsten Besatzungstruppen unter allen Umstän-den zwischen 200- bis 300.000 Mann zum letzten entscheidendenKampfe bei Wien vereinigen. Wird dieser Zweck erreicht, so hat dieBefestigung Genüge geleistet.