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Die Armee in der Bewegung.
Hauptstädte mit einer Million und mehr Einwohnern, die einemilitärisch günstige Lage haben und das rasche Ansammeln aller ver-fügbaren Streitkräfte ermöglichen, kann man wohl befestigen, um siebis zur Beendigung dieser Concentrirung gegen den Feind zu schützen.Man darf sie aber nicht zu Festungen machen, um sie mit einem Mi-nimum von Streitkräften gleichfalls zu behaupten.
Um Wien mit 60.000 Mann vertheidigen zu können, müsste dieBefestigung überaus stark gemacht, somit ungemein kostspielig wer-den. Ein Feind, der 180- bis 200.000 Mann zur Verfügung hätte,könnte sie sodann von beiden Ufern der Donau einschliessen, jede Zu-fuhr verhindern und durch Hunger zum Falle bringen. Wien als be-festigter Armeesammelplatz würde wenig kosten und eine Cernirungauf beiden Donauufern dem Feinde unmöglich machen. Denn habenwir 200.000 Mann bei Wien, so müsste er mit 400- bis 500.000 Mannvor Wien stehen. Für solche abnorme Fälle aber vermögen auch Be-festigungen kein Gleichgewicht mehr herzustellen.
B. Gebirge, Weichland und Steppen.
§. 22 .
Gebirge.
Im niederen Theile der Gebirge überhaupt werden, wenn Culturherrscht, beinahe wie im Flachlande, fast nach allen Richtungen guteStrassen in dem geringen Abstande von 1—2 Meilen getroffen, weilsie dann ein Bedürfnis des Verkehres sind, daher deren Anlage undErhaltung ein Gebot der Nothwendigkeit wird.
Gleiches ist der Fall in den breiten und culturreichen Thälerudes Mittel- und Hochgebirges. In dem Maasse aber, als in Folge derMächtigkeit des Gebirges die Thäler enger und rauher werden, destomehr vermindert sich in ihnen die Wegsamkeit, und zwar derart, dassdie Verbindung der Thäler über die Scheiderücken nur durch ver-einzelt vorkommende Strassen geschieht.
Von diesen sind die über hohe Rücken führenden gewöhnlichweit, selbst 8—9 Meilen von einander entfernt; bildlich ausgedrücktwerden die im cultivirten Flachlande engen Maschenöffnungen desStrassennetzes desto weiter, je mehr das Gebirge an Ausdehnung undSeehöhe und daher auch an Unwirthsamkeit zunimmt.
In uncultivirten Ländern, wo der Verkehr überhaupt ein geringerist, sind in den gebirgigen Theileu äusserst selten Kunststrassen undmeist nur Saumwege zu linden. Uebrigens sind es manchmal auch