Falke.
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d strichen, der Unterkörper rostrothgelb mit zarten braunen Langenfleckchen.e Das alte Weibchen ist größer, oben aschgraubraun mit dunklem Schäften^ »nd rostfarbigen Querbinden, der Schwanz mit 6 bis 7 rostg.lben Quer-
^ binden, der Unterkörper rostgelblich mit braunen Längenflecken. Er horstet auf
« Felsen, von wo er täglich in das Flachland herabsteigt, um auf Rebhühner,
o Wachteln, Schnepfen, junge Hasen und Kaninchen Jagd zu machen. —
r Außer den genannten giebt es noch mehrere Falkenarten, und man glcbt
a von dem Falkengeschlechte 120 Gattungen an. — Die Falken werden auch
a ' zur Jagd (Beizjagd) gebraucht, zu welchem Zwecke sie auf folgende Weise
; abgerichtet werden. Die zu dieser Jagd bestimmten Falken müssen vorerst
i so zahm gemacht werden, daß sie sich auf der Faust tragen, und, wenn sie
i. , einen Vogel n. s. w. gefangen haben, sich auch gutwillig wieder ergreifen
- und auf die Faust nehmen lasten. Man nennt dies den Falken abtra-gen. Man nimmt zu dem Ende entweder einen völlig flügge gewordenen
>- Falken aus dem Horste, oder fängt einen alten in einem Falkenkorbe oder
> Falkenstoße dazu ein, und macht diese sehr scheuen Vogel durch langes
a Wachen und Hungern so zahm, daß sie sich nicht bloß auf den Zuruf dcS
- Falkeniers demselben auf die hingereichte linke Faust setzen, sondern sich auch
- den gefangenen Raub gegen ein Stück Fleisch wegnehmen lasten. Um dies
i, zn bewirken, setzt man dem Falken eine Falkenkappe auf, legt ihm die
a Kurz- und Wurffesteln an und bringt ihn 24 Stunden lang in eine ruhige
d Kammer. Am andern Tage faßt man den Vogel bei den Kurzfesseln, hebt
f ihn auf die mit einem starken ledernen Handschuhe bekleidete linke Faust,
r , womit man die Fesseln festhält, und trägt den Falken einige Stunden in,
e . Zimmer herum. Alsdann öffnet man die Strüppe an der Kappe und deckt
t l den Vogel auf, indem man ihm zu'pricht: Oho, Männchen! und zugleich
- > dabei pfeift. Will der Vogel fort, so muß man ihn kurz bei den Fesseln
e fasten und ihm wieder auf die Faust helfen. Hierauf bedeckt man den Fal-
- I ken wieder mit wirrer Kappe, setzt ihn in einen schwebend aufgehängten Faß-
r ! reif und sucht durch beständiges Anstoßen an diesen Reifen den Vogel bis
! zum nächsten Tage vom Schlafen abzuhalten, worauf man ihn wieder aufn die Faust nimmt, einige Stunden umherträgt, ihn aufdeckt und zusieht, ob
n er etwas vorgehaltenes rohes Kalbfleisch kröpfen oder fressen will; bringt ihn
ll I alsdann wieder in den Reif, setzt das Wiegen bis zum andern Tage und
it st lange fort, bis der Falke sich ruhig tragen läßt und den Fraß annimmt.
§ Nun setzt man ihn in der Folge auf die Lehne eines Stuhles, macht eine
f, leichte Schnur an den Langfessel, deckt den Vogel auf, und sucht zu bewir-
if ken, daß er auf das Rufen und Pfeifen des Falkeniers nach dem erst nahe
h und dann immer weiter vorgehaltenen Fraße gestrichen kommt und sich auf
ch die vorgehaltene Faust setzt. Sobald er auch dieses, sowohl allein, als ini- ^ Gesellschaft von Menschen und Hunden thut, so nimmt man ihn an einen
lt - langem leichten, aber starken Faden, läßt eine an den Flügeln etwas beschnit-
sl tene Taube fliegen, und wirft den Falken daran. Fangt er diese, so läßt mansie ihm einige Minuten, bis er den Kopf der Taube zerhackt hat, und suchtj- dann die Taube gegen ein Stückchen rohes Kalbfleisch zu vertauschen. Diese
el .Uebung wiederholt man nachher auch mit nicht gestutzten Tauben, wobei manN den Falken aber frei und bloß mit den Kurzfesseln streichen lassen muß, da
ei >hn der Faden an der nöthigen Schnelligkeit und Gewandtheit hindert. Ist
d nun endlich der Falke so weit gebracht, daß er Tauben im Freien sängt, sich
l- dieselben auch gegen ein Stückchen Fleisch abnehmen und sich willig wieder
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