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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Fasnncngnrtcn Fasanerie.

stürz, wobei Blut aus Nase und Hals tröpfelt; viele sterben daran, manchewerden aber auch wieder gesund. b) Der Silber fasän (VIirwiaiEn^ctliemeru8), mit einem bläulichen Federbusche auf dem Kopfe, stammt,ebenfalls aus China, ist größer als der gemeine Fasan, und wird jetzt häu-fig in Fasanerien gefunden; er wird hinsichtlich seines Fleisches allen übrigenFasanen vorgezogen. Uebrigens kommt er in seiner Natur und Behandlungfast gänzlich mit dem Goldfasan überein, ist jedoch weniger zärtlich, alsdieser. Er legt 8 bis 14, höchst selten 18 bis 20 Eier, und brütet sie in26 Tagen aus.

Fasanengarten , zahme Fasanerie (s. d.).

Fasanenjäger, wird derjenige genannt, der sich mit der Zucht undPflege der Fasanen "ausschließlich beschäftigt.

Fasanenmeister, ist derjenige, welcher die Leitung der Fasanenzuchtzu besorgen hat, und unter dem gewöhnlich ein oder einige Fasanenjägerstehen.

Fasanerie, nennt man theils einen Ort oder Bezirk, wo Fasanen ge-halten werden, theils die Kunst, solche gehörig zu warten. Man hat zahmeFasanerien (Fasanengarten) und wilde Fasanerien. Zur Fasanerieumgiebt man einen Walddistrict gewöhnlich mit einem 8 bis 9 Fuß hohenBreterzaune oder einer Mauer. Ein solcher Fasanengarlen muß niedrigesStrauchwerk, einzelne hohe Bäume, Wiesen, Ackerland und Wasser (womöglich einen kleinen fließenden Bach) enthalten, und auch mit Fruchtfeldernund Wiesen umgeben sein. In den zahmen Fasanerien werden die jungenFasanen gewöhnlich gelähmt, d. h. ihnen an jedem Flügehdas vorderste kurzeSchwunggelenk abgeschnitten, worauf er nicht mehr weit und hoch fliegenkann, damit sie den Fasanengarten nicht verlassen können; in den wildenFasanerien aber werden die jungen Fasanen nur so lange wie zahme oderHausvögel erzogen, bis sie fliegen oder streichen können; worauf sie die Frei-heit haben, den Garten zu verlassen, und dahin wieder zurückzukehren. Dochfindet man die wilden Fasanerien in nicht eingefriedigten Bezirken im Freienangelegt. Da die Fasanen bei uns nicht allgemein verbreitet sind, vielmehrnur an wenigen Orten im Freien vorkommen, so setzt die Anlegung einerwilden Fasanerie eine zahme Fasanerie schon deshalb voraus, um einenStamm oder eine Pflanzschule zu haben, von welcher aus man die wildenergänzen kann, da es schwer hält, sie auf demselben Bezirk im Freien zuerhalten, indem besonders zur Balzzeit die Hähne gern wegziehen und ihreHennen mitnehmen. Es erscheint daher auch zweckmäßig, wenn sich zurAnlegung einer wilden Fasanerie mehrere benachbarte Gutsbesitzer vereinigen. Nur in einer milden Gegend kann man sich von einer Fasanerie einenguten Erfolg versprechen. Am nützlichsten ist es, wenn man eine wilde Fa-sanerie mit einem Thiergarten verbinden kann, indem die Fasanen darinam meisten geschützt sind, und der Thiergärlner auch zugleich Fasanenmeistersein kann. Außer einer Wohnung für den letztem muß im Fasanengartenauch ein leichtes Gebäude sein, das die Balz- und Brulkammern enthält.Nach Verhältniß der Größe der Fasanerie muß ein solches Gebäude 4 bis8 Valzkammern, jede etwa 10 Fuß hoch und breit, und 12 bis 16 Fußlang, sodann eine 20 bis 30 Fuß lange und 12 bis 16 Fuß breite heizbareBrutkammer, und eine ebenso große Winterkammer enthalten, deren Deckenmit schlaff hängender grober Leinwand bezogen sind, damit sich die schüchter-nen Fasanen die Köpfe beim Aufliegen nicht beschädigen. Vor der Brutkammer