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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Frimen.

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unbeständig ist, so kann man nie mit Zuversicht darauf rechnen, daß das Ge-treide trocken einkommt, so wie auch die dadurch verursachten und beträcht-licher Körnerverlust unvermeidliche UebeGände sind. s) Wenn die Feimenauch noch so derb gesetzt sind und das Dach noch so gut ist, und selbst indem Falle, wenn sie an den Seiten mit Schauben bedeckt sind, so jagtdoch der Sturm Schnee und Regen zwischen die Skurzelenden der Gebundehinein, das Stroh stockt, die Körner werden dumpfig. Von den hier an-geführten Nachtheilen dürsten jedoch manche durch ein gutes Setzen und an-derweitige Vorkehrungen zu beseitigen sein. In den oben genannten Ländern,wo das Setzen der Feimen gebräuchlich ist, klagt man über diese Nachtheilenicht, obschon sie in Folge unserer klimatischen Verhältnisse nicht gänzlichabzuwenden sein möchten. Es steht übrigens zu erwarten, daß bei fort-dauernden niedrigen Getreidepreisen und dem daraus folgenden verändertenWirthschastsbetriebe, vornehmlich wegen Kostenersparniß, die Feimen zurAufbewahrung des Getreides, wenigstens in den ebenen Theilen Deutsch-lands, sich allgemeiner verbreiten werden. In Gebirgsgegenden, auch beisumpfigen Wiesen und in den Ebenen, wo der Boden nicht sehr fruchtbarist und die einzelnen Landwirlhschaften einen großen Flächenraum haben,findet man jetzt schon Feimen zur Aufbewahrung des Heues sehr gewöhnlich,weil die Arbeitskräfte während der Heuernte entweder nicht auslangen, die-ses sofort einzubringen, oder die Beschaffenheit der Wege dieses nicht erlaubt,vielmehr Frost und Schlittenbahn zum Transport abgewartet werden müssen.Man beobachtet hierbei, daß das Gras, ehe man es in die Feimen bringt,nicht ganz dürr, wie bei der gewöhnlichen Art Heu zu machen, wird, son-dern man packt es nur überwelkt in die Feimen (Schober), und verfährtdabei am besten auf folgende Weise. Auf einem ebenen, vor dem Zudrangedes Wassers geschützten, Platze wird eine verhältnißmäßige starke 8 bis 10Ellen lange Stange oder Baum fest eingesteckt und der Grund um sie her-um mit Steinen belegt. Auf diese kommt nun um die Stange herum daSHeu in einen spitzig zulaufenden Hausen, welcher unten einen Durchmesservon etwa 4 Ellen hat, und wird so fest als nur möglich zusammengepackt.Die Spitze des Haufens überragt die Stange, die mit einer besondern Ge-schicklichkeit so fest gemacht wird, daß sie der Sturm nicht abwerfen kann.Das Heu schwitzt in diesem Haufen, erhitzt sich, wird gewissermaßen Brenn-l)eu, hält sich aber sehr gut und gewährt ein treffliches Futter, von welchemnur der äußere Theil als solches einen geringern Werth hat. In den ebenenGegenden packt man das völlig getrocknete Heu in Feimen und überdecktdiese mit einem Strohdache, oder man bedient sich ordentlicher FeimengerüsteMit beweglichen Dächern. Von sumpfigen Wiesen mit saurem Grase ge-wonnenes Heu verbessert sich, wenn es etwas brennt, weshalb anzuralhcnist, solches nicht ganz dürr in Feimen zu bringen. Das Verfahrenbeim Setzen des Getreides in Feimen ist verschieden. Eine gewöhnliche Art,Feimen zu setzen ist folgende: Es wird ein erhöhter, trockner und vor demWinde geschützter Platz ausgesucht und auf demselben ein runder Kreis, derMittelst einer starken an einer im Mittelpunkte des Kreises sich befindlichenStange befestigten Schnur vorgezeichnct wird, von größerm oder geringermstmfange, je nachdem die Feimen größer oder kleiner werden sollen, abge-steckt. Auf diesen Kreis werden Reiser ausgebreitet und auf diese ein paarSchichten Strohgebunde gelegt; doch läßt man die Reiser auch weg. Als-vann wird auf diese Schicht gefeimt oder gcbanset und zwar so, daß dst