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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Fcldcrwirthschnft.

bleiben und die verlangten Produkte in gewünschter Menge und Güle tra-gen soll. Unter minder günstigen Umständen aber muß sie ebenso viel Wie-sen- und Weideland haben, als Ackerfläche vorhanden ist. Sobald nun einesolche Wirthschaft so viel Futter hat, als zur vortheilhaftesten Haltung des-jenigen Viehes, welches den Acker gehörig ausbringen kann, erforderlich ist,und solches auf andere Weise, in Rücksicht auf das Ganze, nicht vorthell-hafrcr zu benutzen ist, so kann auch dieses System allerdings dem Zwecke!den möglichst höchsten Reinertrag bei steigender Bodenkraft zu gewähren, ent- ,sprechen. Indessen sind doch solche Fälle bei weitem seltener und viel we-niger allgemein, als dieses System selbst, da es b s jetzt in Deutschland nochdas üblichste ist. Nach den Jahren des Umlaufs, oder nach dem Jahr,wo die Brache, und zwar der Regel nach mit Düngung, wieder eintritt,heißt solche Dreiselder-, Vierfcldcr-, Fünffelderwirthschaft.

Die Sechs-, Neun- und Zwölffelderwirthschafl sind als aus der Dreiselder- >wirthschaft zusammengesetzt zu betrachten. Die Dreifelderwirthschaft theiltdas gesummte Ackerland in 3 möglichst gleiche Theile, von denen der eine ,in der Regel mit Wintergetreide, der andere mit Sommergetreide bestellt,der dritte aber zur Brache liegen gelassen wird. Für Kraut, Kartoffeln,Rüben, Flachs u. s. w. sind gewöhnlich einzelne kleinere Grundstücke be-stimmt, so wie alles nöthige Futter auf den Wiesen und Weiten gewonnenwerden muß. Die Brache soll jedesmal gedüngt werden, was auch in denvormaligen Zeiten, als das Verhältniß des Weide- und Wiesenlandes zum ,Ackerlands noch ungleicher war, als jetzt, wirklich geschehen ist. Jetzt abererfolgt die gehörige Brachdüngung nur in wenigen fruchtbaren oder wiejen-reichen Gegenden, oder da, wo man es durch künstlichen Futterbau unddurch die SkaUfütierung erzwingt, aller 3 Jahre. Gewöhnlich wird dieBrache einmal ums andere, der Acker also erst alle 6 Jahre einmal gedüngt;häufig aber geschieht es auch nur erst aller 9 Jahre. Mitunter hat manauch noch das Ackerland durch den Umbruch von Grasland vermehrt, dadurchaber die zu bcdüngcnde Fläche vergrößert, das Futter und folglich die Dün- ^gung hingegen noch mehr verringert, so daß nun ein Theil dcs Feldes ganz ^unbedüngt liegen bleiben muß, um den übrigen, von Natur bessern oder demHofe näher gelegenen, Feldern die Düngung nicht entziehen zu müsse».Man nennt dergleichen Aecker Außen selber, auch heißen sie, da sie aller3 oder 6 oder auch aller 9 Jahre erst ein cinzigesmal mit Roggen besulltwerden können, drei-, sechs- oder neunjähriges Roggenland. AufBoden aber, der seiner natürlichen Beschaffenheit nach aus fruchtbarem Lehmbesteht und sich bei gehöriger Kultur zu Weizenacker eignen würde, bautman auch den genügsamen Dinkel oder das Einkorn und nennt es Dinkel-land. Wenn man bei der Dreifelderwirtschaft einen Acker alle 3 Jahredüngen will, so daß er in der Winterung und ebenso in der Sommerung 10Scheffel Ertrag geben kann, so hat man auf einen Morgen Land mindestens l6 Fuder Mist, jedes Fuder 2000 Pfd. gerechnet, nöthig. Von dem darauferbauten Stroh, an das Vieh verfüttert, gewinnt man aber höchstens 3zFuder schlechten Mist, und daher ist zu dem Fehlenden li Fuder Düngstein Molgen Wiese mittlerer Güte erforderlich. Eine solche Wirthschaft je-doch, die einmal in Kraft steht und auf 3 Morgen Ackerland I Morgen >gute Wiese^ hat, dabei aber auch noch hinlängliche Weide besitzt, um >hsWich im Sommer möglichst nutzbar erhalten zu können, kann recht füglichhestehen und sogar, da zu jenem Dünger noch die nächtlichen Auswürfe deS ,