Festigkeit,
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strebt« Als Maß der Festigkeit jeder Art dient die Gewichtsgröße, wel-che eben erforderlich ist, die betreffende Art der Trennung des Zusammen-hanges zu bewirken. Sollen verschiedene Körper hinsichtlich ihrer Festigkeitverglichen werden, so muß die Prüfung derselben unter gleichen oder ver-gleichbaren Umständen erfolgen. — Hauptsätze über die Festigkeit, welchein gleichem Grade für Drähte, Stäbe, Stangen und Balken gelten, sindfolgende: a) über die absolute Festigkeit. Diese steht bei 2 Dräh-/ ten oder Stäben im geraden Verhältniß ihres Querschnitts, ist aber unab-
j Hingig von der Gestalt des letztem und von der Länge der Drähte oder
Stäbe. Ein runder Draht wird daher bei doppelter Dicke das 4fache Ge-wicht zum Zerreißen erfordern, als bei einfacher Dicke, weil die Größe run-d.r Querschnitte sich wie das Quadrat ihres Durchmessers verhält. Ein4eckiger Stab wird gleiche Kraft zum Zerreißen erfordern, als ein runder,wem der 4eckige Querschnitt des einen dem runden Querschnitt des andern anGröße gleich ist. Ein Draht oder Seil von doppelter Länge wird nicht mehrund nicht weniger Kraft zum Zerreißen erfordern, als von einfacher Länge. —Die absolute Festigkeit gegossener Metalle ist kleiner als die von geschmiedetenoder zu Drähten gezogenen Seile; Schnüre, Fäden haben bei gleicher Dicke destomehr absolute Festigkeit, je dünner die einzelnen Fäden sind, aus denen sie be-stehen, je feiner demnach der Hanf oder Flachs ist, aus dem sie verfertigt sind;ferner, je weniger sie zusammengedreht sind. Seidene Fäden haben fast Zmalso viel absolute Festigkeit als leinene von derselben Dicke. Ein Menschenkaarist im Verhältniß zu seiner Dicke fester als ein Pferdehaar. — I>) Ueberdie relative Festigkeit. Diese Sätze kommen praktisch vorzüglich beiBalken in Betracht. Auf die eigentliche Länge des Balkens kommt bei den^ Gesetzen der relativen Festigkeit nichts an, sondern vielmehr nur auf den Ab-stand zwischen den 2 nächsten Untecstützungspunkten desselben, im Fall eran 2 Stellen aufliegt, oder auf den Abstand zwischen der Stelle, wo dasGewicht an ihm wirkt und der Stelle, wo er befestigt ist, im Fall er nuran einer Stelle fest gemacht, sein anderes Ende aber frei ist. Unter Trag-kraft versteht man das Gewicht, was er nur eben zu tragen vermag, eheer bricht. Doch muß in dies Gewicht außer den wirklich aufgelegten oderaufgehängten Gewichten 'noch das Gewicht der ganzen Länge des Balkensselbst mitgerechnet werden, wenn die getragene Last über die ganze Länge desBalkens verbreitet ist, oder doch das halbe Gewicht seiner Länge, wenn dieganze Last nur an seiner Mitte oder an seinem Ende wirkt. — Ein Bal-ken von rechteckigem Querschnitt hat bei doppelter oder dreifacher Breite resp.die doppelte oder dreifache Tragkraft als bei einfacher Breite; bei doppelteroder dreifacher Höhe resp. die 4- oder Sfache Tragkraft als bei einfacher Höhe;bei doppelter oder dreifacher Länge endlich resp. bloß die Hälfte oder ^ derTragkraft, die ihm bei einfacher Länge zukommt. Ein Balken, dessen eine
s Seite schmäler ist, als die andere, besitzt daher mehr Tragkraft, wenn er
auf die schmale Seite (hohe Kante), als wenn er auf die breite Seite gelegt
j wird; und die Tragkräfte stehen in beiden Fallen in demselben Verhältnisse
j als die Seiten selbst zu einander. — Bei einem runden Balken steht die
Tragkraft km kubischen Verhältnisse des Durchmessers und im umgekehrtender Länge, so daß ein runder Balken bei doppelter oder dreifacher Dicke resp.8- oder 27mal so viel zu tragen vermag, als bei einfacher Dicke. — DieTragkraft eines Balkens von quadratischem Querschnitte verhält sich zu dereines «us ihm verfertigten Balkens von größtmöglichem runden Querschnitte