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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Feuchtigkeit.

Bildung der Dammerdenschicht, besonders des Humus der Wälder, welcherdas atmosphärische Wasser fest an sich hält und einer zu raschen Verdunstungentzieht, c) Durch Ausdünstung der Blätter.. Man nimmt an, daßeine Wiese 2- bis 3mal mehr Wasser verdunstet, als eine gleich großeWasserfläche; und unsere Laubholzwälder verdunsten während des Sommerstäglich bis üO Procent ihres eigenen Gewichts an Feuchtigkeit, weshalb vonden Wäldern aus eine sehr große Menge Wasserdunst in die Atmosphäreübergeht. Länder, die mit Waldungen durchschnitten sind, müssen dahereinen der Vegetation günstigen Feuchtegrad der Atmosphäre besitzen, dadurch Strömungen der Luft die in den Wäldern entstiegene Dunstmengeüber das ganze Areal verbreitet, und also auch den Ackerflächen mitgetheiltwird (vergl. Atmosphäre, Ausdünstung, Clima, Hygrome-ter). Auch die Thiere, vornemlich ihre Oberhaut und Haare wirkenhygrvmetrisch auf den Wassergehalt der Atmosphäre, d. h. sie besitzen dieFähigkeit, bei gewöhnlicher Temperatur die Wasserdünste an sich zu ziehe»und dadurch Veränderungen zu erleiden. Sie nehmen dasselbe vorzüglich infeuchten Jahreszeiten und Klimate» in großer Menge aus; und. ein ge-wisser Grad der Feuchtigkeit der Atmosphäre ist auch dem Leben der Thierezuträglich. Bei einer zu trocknen Atmosphäre erfolgen nicht allein die gas-förmigen Aussonderungen der Haut und der Lungen vorzüglich leicht, sondem auch der Dunst muß rascher und lebhafter durch Haut und Lungenausgesondert werden; daher wird dann die Haut spröder und schuppt ab,eS entstehen Entzündungen der Haut und der Athmungswerkzeuge. In einerzu feuchten Atmosphäre sind nicht allein die gasförmigen Aussonderungender Haut und der Lunge unvollständiger, sondern auch die Wasserdunstbil-dung in solchen Organen sinkt auf Null herab, die Harnabsonderung, dieThätigkeit der Nieren wird sehr vermehrt; zunächst bewirkt dieses Uebermaßder Feuchtigkeit im thierischen Körper eine große Erschlaffung, vermehrte Ab-sonderung der Schleimhäute, Durchfälle u. s. w.; es häuft sich dann das über-flüssige Wasser im Körper an, und es «entstehen- erschiedene Krankheiten,als Wassersüchten, Fäule, Kröpf, Wechselfieber u. s. w. Unter unsern Haus-thieren vertragen die Kaninchen und Meerschweinchen die allerwenigsteFeuchtigkeit. Auch die Ziege verträgt sehr wenig Feuchtigkeit und wirdleicht faul. Das Schaf verträgt deren schon etwas mehr; doch sind feuchteLänder, häufige Nebel und Thau ihrer Gesundheit auch keineswegs zuträg-lich, sondern sie bekommen da sehr leicht die Fäule und ähnliche Krank-heiten. Pferde können ein etwas feuchtes Land schon eher vertragen;das Rindvieh noch besser; indessen wird doch auch ihnen zu große Feuch-tigkeit bald nachtheilig. Am meisten Feuchtigkeit verträgt das Schwein;es wird in etwas feuchtem Gegenden sogar besonders groß und schwer, wohlaber weniger wohlschmeckend; indessen macht doch auch zu große Feuchtigkeitdasselbe krank. Besonders nachtheilig wirkt große, anhaltende Feuchtigkeitauf das Haar der Thiere, und vorzüglich auf die Wolle der Schafe.

2) Des Bodens. Hier äußert die Feuchtigkeit einen wesentlichen Einflußauf den Wuchs der Pflanzen; sie wirkt, sowohl in zu reichlicher, als zugeringer Menge vorhanden, stets nachteilig, auf den Mittelstufen aber wohl-thätig, jedoch nach der Eigenthümlichkeit der Pflanzen verschieden. ManchePflanzen verlangen feuchtere Standorte, als andere, und diese Eigenthüm-lichkeit steht mit dem der Pflanze eigenthümlichen Grade der Ausdünstung >»einem unmittelbaren Verhältnisse. Pflanzen, die viel verdunsten, verlangen