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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Feuersb eüiiste,

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schirm zut Selbstrettung gute Dienste leisten , so wie sich für diesen Füll einRettungsschlauch empfehlen würde. Es ist dies ein aus starker Segellein-wand oder anderem starkem Zeuge verfertigter, schornsteinartiger Schlauch,welcher, an dem Rande des einen Endes mit großen starken eisernen Hakenund Ringen versehen und so lang als ein Haus hoch ist. Diesen Schlauch,welchen der Nothleidende etwa mit einem Feuerhaken zugereicht erhalt, be-festigt er mittelst der Haken und Ringe an das Fenster- Gesims oder an dieFensterpfosten, mehrere unten stehende Menschen ergreifen das untere Ende,ziehen den Schlauch schräg und straff zu sich hin, der Nothleidende steigtoben hinein und mischt in ihm hinunter. Außerdem sind noch manche an-dere Feuerrettungsmaschinen erfunden worden, die zur Aufnahme der Noth-leidenden mit bequemen Kasten oder Körben versehen sind, und da, wo mansie hat, manchmal sehr nützlich werden können. Indessen sind sie doch meistzu zusammengesetzt oder erfordern zu viel Rettungsmannschaft, oder sind wohlauch zu kostspielig, als daß ihre Anwendung bei Feuersgefahr auf dem Landeallgemein werden dürste. Zum Schutz gegen das Ersticken im Rauche kannfolgender einfache Apparat dienen. Es ist eine Maske mit Augenglasern undkleinen, einige Zoll langen Nöhrchen in der Gegend der Nasenlöcher, desMundes und der Ohren, welche Röhrchen mit feinen, durch frisches Wasserangefeuchteten, Schwämmchcn ausgefüllt sind. Da diese Schwämme durchden darin abgesetzten Kohlenstaub des Rauches endlich ganz schwarz undverstopft werden, so muß man sie bei längerem Gebrauch dieses Apparatswechseln.' Bei vorhandener Feuersgesahr wird man sich am ersten da-durch sicher stellen, wenn man schon in den Stunden der Ruhe überlegt,was nian zu thun hätte, wenn im Hause, in seinem Geschäfte überhaupt,oder in der Nachbarschaft Feuer auskäme, was man von seinen Sachen vor-zugsweise und zuerst und wohin man es fortschaffen wolle; man muß sichsonach eine besondere Feuerordnung für sein Haus oder Gehöfte entwerfen.Uebrigens wird es sehr zur Beruhigung beitragen, wenn man seine Gebäude,Mobiliar und Inventar, so weit solches geht, in einer Feuerversicherungs-anstalt (s. Feuerversicherung) versichert hat. Die Beobachtung einer voll-kommenen Ordnung in allen Sachen wird aber auch bei Feuersbrünsten sichvortheilhaft beweisen; man gebe daher jeder Sache ihren bestimmten Platz, so daßGesinde und selbst Kinder sie im Dunkeln zu finden vermögen. Beim Zu-bettgehen lege man die Kleider stets so, wie sie beim Anziehen am bequem-sten auf einander folgen, und daß man überhaupt im Stande ist, sie schnellohne Licht wieder zu finden. Die besten Sachen stelle man so, daß sie leichtfortgeschafft werden können. Sämmtliche Stuben - und andere Schlüsselmüssen schnell zu finden und leicht zu unterscheiden sein, so wie sich diebloß durch Riegel oder auf andere einfache Art verwahrten Viehställe und an-dere Behältnisse leicht öffnen lassen müssen; auch muß alles Vieh, welchesgewöhnlich im Stalle angebunden wird, so angelegt sein, daß es schnell losge-bunden und bei Gefahr aus dem Statte gebracht werden kann. Man seinie ohne einigen Wasservorrath, indem bei einem erst entstehenden Feuerein Eimer voll Wasser oft mehr thun kann, als später ein ganzer Teich,wenn es schon überhand genommen. Zu Plätzen, nach welchen die gerette-ten Sachen hingebracht werden, eignen sich am besten öffentliche Gebäude,wie Kirchen u. s. w., wenn solche anders außer der Gefahr liegen; sind aberdergl. sichere und geräumige Plätze von der Brandstätte zu weit entfernt,oder überhaupt gar nicht vorhanden, so muß man die Sachen in eins der