Fischlager — Fischotter.
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Flfchkager (K-sselloch), wird die Stelle eines Teiches oder Haltersgenannt, wohin sich die Fische bei dem Ablassen des Wassers (s Ablassung)zusammenziehen. Der übrige Teichgrund mnß daher allmälig nach demsel-ben abhängen und es muß natürlich der tiefste Ort im Teiche sein; dieAdzugsrinne muß daher noch etwas tiefer liegen, damit das Wasser völligabgelassen werden kann. Die Ausfischung (s. d.) wird durch das Fischlagerwesentlich erleichtert, zumal wenn es sich in der Nähe des Abzuges oderDammes, wohin es eigentlich gehört, befindet. Außerdem ist nicht nur ausdem Fischlager bis zu dem Abzüge ein Graben zu führen, sondern es sindauch die Fische weit und oft durch tiefen Schlamm zu tragen, wodurch dieAusfischung nicht nur verzögert, sondern auch kostspieliger wird. Die Größedes Fischlagers muß mit dem Umfange des Teiches, oder mit der Mengeder in demselben befindlichen Fische in Verhältniß stehen. Die Fische müssen,in das Fischlager zusammengezogen, nicht gleichsam auf einander liegen,sondern sich noch neben einander bewegen können. In Teichen, welche vorWinters besetzt werden, und in eigentlichen Winterhaltungen dürfen vie Kes-sellöcher auch deshalb nicht zu klein sein, weil die Fische gewöhnlich den tief-sten Ort zu ihrem Lager wählen.
Fischotter (Otter, Flußotter, klustelll luira), gehört in die Klaffeder fleischfressenden Säugethiece, und hat die Größe eines geringen Fuchses(ohne den fußlangen Schwanz 2 Fuß und etliche Zoll groß), obwohl ihrKörper ganz anders gestaltet ist. Der dicke Kopf läuft in eine breite, mitscharfem Gebiß versehene Schnauze aus ; die Augen sind klein, und die Ge-höre kurz und rund; der kurze Hals hat fast gleiche Dicke mit dem Leibe,»nd die ziemlich lange, an der Wurzel auffallend dicke Ruthe läuft spitzigM; die Läufe sind dick, kurz, scharf bewaffnet, und die Zehen sind durchline ganze Schwimmhaut vereinigt. Das Männchen hat am Weidloche2 Drüsen und das Weibchen hat unter der Nuß, oder dem Geburtsgliede,eine Falte, beide enthalten eine bisamartig riechende Feuchtigkeit. Die FarbederFischotter ist meistens graubraun und glänzend; an der Kehle, dem Baucheund den Läufen aber graulich. Die Grundhaare sind dicht, weich und grau-gelb; die längern stechen Haare aber sind braun und glänzend; sie nehmen,wie die Federn der Wasservögel, kein Wasser an, so lange das Thier lebt.Der Balg ist zu jeder Jahreszeit brauchbar, im Winter aber am besten. DieOter kann wegen ihrer kurzen Läufe nicht schnell laufen, aber desto besserschwimmen und untertauchen; doch muß sie nach einigen Minuten Luftschöpfen, wozu sie nur die Nase aus dem Wasser reckt. Sie ist sehr scheuund vertheidigt sich im Nothfall tapfer. Man findet überall in EuropaFischottern; doch ist ihre Anzahl in den eultivirtcn Landern deshalb nichtgroß, weil ihnen wegen des kostbaren Balges sehr nachgestellt wird. Siehallen sich in den hohlen Ufern und Wehren der größer» Flüsse auf, undsteigen von da auch in die kleinern Bäche. Auch besuchen sie die Fischteicheund sind überhaupt den Fischen äußerst gefährlich; sie kriechen im Nothfällem hohle Bäume und Fuchsbaue. Sonst findet man sie auch an den stei-fn Uferabhängcn der Gewässer, Kiesbänken u. s. w. in Bauen, die fastimmer 2 Eingänge haben, den einen nehmlich tief unten im Wasser, denandern über der Oberfläche desselben. Die Nahrung der Fischotter bestehtvorzüglich in Fischen und Krebsen, sie frißt aber auch Wasserratten, Mäuse,Frösche und Wasservögel; ja sie greift in strengen Wintern, bei Mangel aneigenilichec Nahrung, selbst Lämmer, junge Schweinchen und Hausgeflügel
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