520 Fisetholz - Fitte.
selben zu suchen; und nach 14 Tagen kann das Ziehen der Wache statt-finden. !
Fisetholz, ungarisches Gelbholz, vom Perückenbaume, ist ein grün-gelbliches, braun und schön gestreiftes Holz, welches zum Gelbfarben gebrauchtwird.. Der Farbestoff läßt sich durch Wasser, We.ingeist, Aether ausziehen,schlagt Hausenblasenauflösung nieder, wird durch Kalilauge purpurn, durchAmmoniak roth.
Fistel, eine Krankheit des Menschen und der Thiere, nennt maneine veraltete, widernatürliche Oeffnung, die mit einer Höhle oder hohlemEingeweide in Verbindung steht und aus diesem die in ihm enthaltenenStoffe nach außen hin oder in eine andere Höhle entleert. Durch die dop-pelten Mündungen, wovon die eine stets mit einer Höhle in Verbindung ^
steht, unterscheiden.sich die wahren Fisteln von den fistulösen Geschwüren, ,
die als enge, lange, röhrenförmige Geschwüre in dem Theile, wo sie vorkom-men, mancherlei Richtungen haben. Nach der besondern Beschaffenheit der "
entleerten Stoffe, und dem Sitze der Fisteln werden diese verschieden benannt. j
Die äußere Mündung, einer jeden alten Fistel wird mit einer weißgelblichen, ^
harten, knorpelartigen Masse umgeben und ist bei langem Fistelgange ganzenge und kaum bemerkbar. — Als Ursachen der Fisteln sind krankhafteKnochen und Knorpel, fremde zurückgebliebene Körper, schlecht behandelte !
Wunde und Geschwüre aufzuzählen, am häufigsten entstehen sie aber nach ^
Quetschungen und Eiterungen der Knochen, Bänder und Knorpel. — Bei ^
den Thieren versucht man zu ihrer Heilung zunächst, sie durch Einspritzun-gen von Myrrhen- und Aloetinctur, Terpentinöl, Auflösungen des weißen !
oder auch des blauen Vitriols zu heilen; in den häufigsten Fällen aber rei-chen diese Mittel nicht aus, uno es muß die Fistel geöffnet, ihr Grundbloß gelegt, die fremden Körper oder krankhaften Theile entfernt werden, ^
wenn man mit Sicherheit ihre Heilung erlangen will, was aber von einemgeschickten Thierarzte zu unternehmen ist. — Die Samenstrangsistelnvornehmlich, als Folge der Castcation, kommen sowohl bei Pferden, als auch ^
bei Rindern eben nicht selten vor. Man erkennt sie an der Härte und ^
Geschwulst, welche oberhalb im Hodensacke fühlbar ist; es fließt beständigEiter oder auch Jauche aus einer, mit einer rothen Fleischgeschwulst umge- >
denen, wulstigen Oeffnung, welche im Trabe und Schritte an die innere ^
Fläche der Schenkel spritzt oder herabtrieft; zuweilen hängt auch der Samen- ^
sträng aus der Oeffnung hervor und ist sehr dick, oder er hangt nicht her- ^
aus und läßt sich im Hodensacke öfters wie ein vorhandener Hode anfühlen, ^
dessen Samenstrang aber nach oben dick und verhärtet verläuft. Frisch ent- ^
standene Austreibungen des Samenstranges sind so schnell und so viel als ^
möglich in Eiterung zu setzen und diese zu unterhalten, was am besten durch ^
fleißiges Waschen mit lauem Wasser oder mit Branntw.inspülicht geschieht. ^
Wenn aber die Fistel schon gänzlich ausgebildet ist, so nützt ein bloßes Ocff- ^
nen derselben nicht, sondern es muß der ganze verhärtete und fistulöse Sa- , ^
Menstrang mit dem Messer ausgeschält werden, da andere Mittel hier nicht ' ^
gut anzubringen sind. — Nackenfisteln s. bei Genickbeule. g
Fistelruthe, nennt man einen Zaun von Weiden vor Sanddam- ü
men und Usern, um den Andrang des Wassers und das Herabsinken der si
Erde zu verhüten. d
Fitte, s. Baum Messer.