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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Flachs.

Herbste auf. lasse ihn, wenn das Feld eben ist, ausgebreitet liegen undpflüge ihn ins Frühjahre unter. Der Boden wird unter der Mistdecke mürbe,was dem Flachse sehr zuträglich ist; doch erhält er nie die Güte, als der ineinem kräftigen, nicht frisch gedüngten Boden erbaute. Dagegen ist dieDüngung mir gefaultem Teichschlamm und Eompost dem Flachse zuträglich;und getrockneter und- gepulverter Hühnermist, so wie Asche, nach der Saatüber das Feld gestreut, sagt dem Flachse ganz besonders zu. Die Kalkdüng-ung ist zwar insofern dem Flachsbau zuträglich, als nach ihr weniger Un-kraut wächst und mithin das Jäten erleichtert wird; doch soll sie dem Ge-deihen und der Güte des Flachses nicht zuträglich sein. Am besten sagtdem Flachse die Düngung mit Rückständen von Pflanzen und die grüneDüngung zu. Er geräth daher in Ncubruch mit einer dichten Grasnarbe,in gut bestandenen Weideschlägen, oder wenn der Klee, nachdem er bis zueiner gewissen Höhe herangewachsen, umgepflügt -worden ist, ganz vorzüglich.In den Niederlanden findet man hier und da im Gebrauch, das zu Leinbestimmte Land mit kurzem Mist zu überstreuen und es bis zum zweitenFrühjahre ungerührt liegen zu lassen, wo dann die sich bildende starke Gras-narbe umgepflügt, und der Leinsamen eingesäet wird. Es wird auf dieseWeise der feinste Lein zu Spitzengarn erzielt und dort sehr theuer bezahlt.Bei uns jedoch dürfte ein solches Verfahren nicht lohnend erscheinen.Fruchtfolge. Nach manchen Vorfrüchten geräth der Flachs nicht sonder-lich, nach andern aber ganz vorzüglich, nach ihm selbst aber schlagen fastalle Gewächse mehr oder weniger zurück; was namentlich daher kommt, daßder Flachs, da er mit der Wurzel ausgerauft wird, dem Boden keine Stop-peln und Wurzeln, welche nach der Verwesung den nachfolgenden Früchtenzur Nahrung dienen könnten, zurückläßt; ferner, daß, da er wenig Blättertreibt, nur wenig Nahrung aus der Luft zu ziehen vermag. In lehmigemBoden, der zum Verlasen geeignet ist, und in feuchtem Klima wird derRückschlag weniger bemerklich, als in einem sehr lockern Boden, wo sichselbst im Frühjahre nach der Ernte das Flachsfeld vor den andern dadurchauszeichnet, daß es am wenigsten beraset ist. Im Allgemeinen ist daraufzu sehen, daß nun den Flachs nur nach solchen Gewächsen bringt, welchedie Kraft des Bodens nicht zu lehr aussaugen, und nach denen er locker undmöglichst rein von Unkraut ist. Gewöhnlich folgt der Flachs als zweite Fruchtnach einer frischen Düngung, in manchen Gegenden aber auch erst als 2teund 3te, nach Maßgabe der Kraft des Bodens. Der Flachs gedeiht gutnach Rübsamen, Raps, selbst wenn man vor dem Flachs noch eine Ge-mengfrucht bringt, Klee, Hanf, Tabak, Kartoffeln, und allen andern behacktenFrüchten, wenn für sie frisch gedüngt worden ist; auch nach Roggen, wenn derBoden gut für ihn zugerichtet und frisch gedüngt worden war, und er ge-hörig dicht gestanden hat. Hafer, in frisch gedüngtes und gut zubereitetesLand gesäet, ist ebenfalls eine gute Vorfrucht des Flachses. Zu den nichtgünstigen Vorfrüchten find zu rechnen: Erbsen, Weizen und Gerste. Nachdem Flachse schlagen Weizen und Gerste am meisten zurück, minder Buch-weizen, Hafer, Roggen und Hüllenfrüchte, wenn frisch gedüngt wird. Inmanchen Gegenden säet man den Klee unter den Flachs, und er kommt inmehr kundigem Boden recht gut fort, obschon nicht so gut als nach andernGewächsen, besonders leidet er mehr bei ungünstiger Witterung im Winter.Am gewöhnlichsten werden nach Flachs Roggen und Hafer gebaut, undwird zu letzter»! vor Winter gehörig tief gepflügt, so giebt er noch immer