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Fliege;
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kommen ausgebildet, worauf sie sich in der Erde in eine walzenförmige Ge-stalt umwandelt, und hierauf in eine dunkelbraune, wurmahnliche Puppeübergeht, woraus endlich nach wenig Tagen die vollkommene Fliege hervor-kommt. — Das zweckmäßigste Mittel, das Fleisch vor diesem Ungeziefer zubewahren, besteht immer darin, dasselbe an solche Orte zu bringen, wodurchFliegen abgehalten werden. Außerdem empfiehlt man noch das Bestreikender nahen Brcter u. dgl. mit Lorbeeröl und andern starkriechenden Stoffen,wodurch die Fliegen abgehalten werden sollen; auch reibt man in passendenFällen das Fleisch mit Pfeffer und Salz zu gleichem Zwecke ein. —- b) DieFleischfliege (U. carnaria), mit weißlichgrauem Körper, schwarzen Qua-draten an dem Hinkerleibe, schwarzen Tastern und rothen Augen; bei denMännchen sind die Hintern Schienen an der innern Seite haarig; der Af-ter ist glänzendschwarz. Die Länge betragt wohl gegen 7 Linien. Mantrifft diese Fliegen fast allerwärts, besonders während des Sommers undHerbstes. Sie gebären lebendige Junge und ihre Fruchtbarkeit grenzt ansUnermeßliche; und besäße die Natur nicht selbst Mittel, jener unberechen-baren Vermehrung Schranken zu setzen, so würde es kaum möglich sein,frisches Fleisch vor ihnen aufzubewahren, da ihre Gefräßigkeit ihrer Mengeentspricht. Es sind hier dieselben Gegenmittel wie bei der vorigen in An-wendung zu bringen. — «) Käsefliege, Quarkfliege (A. casoi oderp»ti-i8), mit glattem, glänzendschwarzem Körper, mit rothgelbem Unlergesicht,Fühlern, Vordersten und Beinen; nur die Vorderbeine und ein Ring umdie Hintern Schenkel sind schwarz. Ihre Länge beträgt t ä Linie. Die sprin-genden Larven sind die bekannten Käsemaden, welche in alten Käsenwohnen. Als Gegenmittel muß man vor Allem diese Fliegen durch geeigneteVorrichtungen, z. B. Gitter, Netze u. dgl., durch stark duftende Kräuter u.s. w. vom Käse abhalten, damit sie ihre Eier nicht darauf legen, worauseben die Käsemaden entstehen. Sind doch dergleichen vorhanden, so hatman empfohlen, solche Käse mit kochendem Wasser oder auch Branntwein,oder endlich selbst mit einer Salzlösung zu übergießen, um ihre Ertödtungzu bewerkstelligen. — st) Die Fritfliege (i>I. bUt), glänzendschwarz mitblaßgelbcn Füßen und weißen Fühlerborsten, ^ Linie lang. Die Larve lebtin Gerstenkörnern, und soll daselbst bisweilen in Schweden einen Schadenvon 100,000 Ducaten Werth verursachen. — v) Die Rose »fliege,Möhren fliege (M. liosao), mit glänzendschwarzem Körper und gelbemKopf u. dgl. Beinen; 2 Linien lang. Die Larven halten sich besondersgern in Möhren auf, indem sie an der Spitze derselben Gänge ausnagt,wodurch endlich das„Absterben dieser Gewächse herbeigeführt wird. Da jeneGänge rostfarbig werden, so nennen die Gärtner gewöhnlich dergleichen Möh-ren eisen madig. Dergleichen Möhren lassen sich leicht durch ihre Welk-heit und gelben Blätter unterscheiden; man zieht sie am besten aus, undtödtet die darin nistenden Larven.— k) Die Blumenfliege s^ntkomzia).l) Die Zwiebelfliege, mit graulichem Körper und einem Hinterleibs mitschwarzer abgesetzter Rückenlinie, ziegelfarbigen Beinen und glashellcn Flü-geln; ist ungefähr 3 Linien lang. Die unter dem Namen Zwiebel- oderBollenmade in den Zwiebeln nistende Larve wird dermaßen schädlich, daßdadurch oft ganze Zwiebelernten zu Grunde gehen. Diese Fliegen legennehmlich ihre Eier an die Zwiebeln, da wo letztere aus der Erde hervor-stehen. Die ausgebrochenen Maden oder Larven bohren sich in das ersteBlatt und gelangen zwischen den Blättern bis zur Zwiebel hinunter, welche