Flötze - Flötzgebirge.
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faule auszuscheiden ist, weil große Kloben und anbrüchiges Holz leicht Senk-holz werden. Es ist Vortheilhast, das Holz ein Jahr vor dem Flößen schla-gen zu lassen, damit dasselbe an lustigen Ablagen, räumlich stehend, gutaustrocknen kann. — Die beste Jahreszeit zur Floße ist das Frühjahr, nach-dem aller Schnee geschmolzen ist, so daß man weder sehr großes Wasser zufürchten hat, noch auch ein sehr niedriger Wasserstand zu erwarten ist, dadie Winterfeuchtigkeit diesen noch unterhalt. Das Einwerfen bei hohemWasserstande ist nur bei denjenigen Flößwassern rathsam, bei welchen ohnedenselben nicht Wasser genug vorhanden wäre; außerdem hat man ihn wegenmancherlei Nachtheilen zu vermeiden. Die Nachstoße, d. h. die Begleitungdes zuletzt eingeworfenen Holzes durch Arbeiter, die mit Floßhaken zum Fort-stoßen des Holzes versehen sind, muß so rasch als möglich erfolgen, um dasganze Geschäft bei gleichmäßigem Wasserstande zu beendigen. Am vortheil-haftesten dürste es sein, die ganze Floße in Verbring zu geben, wobei ge-wöhnlich ein gewisses Quantum als Senkholz accordirt wird, so daß nachAbrechnung desselben der Unternehmer für den Ueberschuß eine Tantieme er-hält, dagegen aber auch ersehen muß was fehlt. Wenn das Holz gut aus-getrocknet, der Floßbach nicht schlammig, und die Floßstraße nicht sehr langund steinig ist, so ist der Verlust an Senkholz, Rinde und Splittern, undüberhaupt an Verminderung des Volumens und des Gewichts (welche beiFlößholze ebenfalls stets stattfindet) nicht sehr bedeutend; sonst kann er aberbeträchtlich sein, und 5 bis 10 Procent, unter sehr ungünstigen Verhältnissensogar noch mehr betragen. Der Verlust durch Verminderung der Hitzkraftist aber noch beträchtlicher, und kann, wenn das Holz lange auf dem Wassersein, oder einigemal ausgezogen, abgetrocknet und wieder eingeworfen werdenmuß, sich bis auf 15 Procent der Brenngüte belaufen. Ueberhaupt ist aberi bei leichten Holzarten der Verlust durch das Flößen bedeutender, als beidichtem, ob man schon bei lehtern von 1000 Klaftern Floßholz gegen 54Klaftern Verlust annehmen kann. Das auf Bergen gewachsene Holz erleidetin der Regel durch das Flößen' weniger Verlust, als das auf der Ebene ge-wachsene. Auch verdient noch bemerkt zu werden, daß die Fischerei unterdem Flößen sehr leidet, und daß sowohl der Eigenthümer derselben darauf zuachten hat, als auch leicht Reklamationen fremder Besitzer und Pächter ent-stehen können, die nach ihrem möglichen Umfange gewürdigt werden müssen,bevor man das Geschäft neu einrichtet. Dieser eben gedachten mancherleiNachtheile einer Flöße ungeachtet ist doch der Vortheil derselben immer nochsehr wichtig, iudem man ohne sie große Holzmassen gar nicht benutzenkönnte, oder diese doch zu Asche verbrennen müßte, wenn der Transport aufder Achse entweder gar nicht möglich, oder so kostbar ist, daß er den Werthdes Holzes überwiegt (vergl Floß).
Flötze, nennt man im Allgemeinen die, beträchtlich weit und breit,stach jn der Erde sich hinziehenden Steinschichten, zum Unterschiede von dengangartigen Erd- und Steinlagern, welche man Schichten nennt. Besondersversteht man hierunter die Lager des Flötzqebirges ss, d.).
FlötzgebrrHe, secundäres Gebirge. Man begreift hierunterdiejenigen Felsarten'welche zwischen dem ttebergangsgebirge und dem Schwcmm-lande ss. d.) gelagert sind,- und durch die regelmäßige Lagerung ihrer Bänkedeutlich als Ergebniß von Anschwemmung oder Niederschlagung aus Wassererscheinen. Mächtige Sandstein- und Kalkgebilde treten in vielfachem undbuntem Wechsel auf, und es erscheinen von unten nach oben immer voll-