Forst.
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die Feuchtigkeit aus der Luft aufsaugen, und ihre Verdunstung verhindern.Der Versumpfung ist oft schon durch die Erhaltung der vorhandene» Ent-wässerungsanstalten zuvorzukommen, worauf man bei niedrig gelegenen Ge-genden die sorgfältigste Aufmerksamkeit zu richten hat. Dabei müssen dieMüller, Fischer, Flößereiberechtigten genau beaufsichtigt werden, damit die°enicht widerrechtlich das Wasser aufstauen und seinen Abfluß hindern. Des-gleichen ist das Durchtreiben und Durchfahren durch die Abzugscanale zuuntersagen, und es müssen Brücken über dieselben erbaut werden, um sieimmer offen zu erhalten. Ferner sind im Sommer und im Herbste, vor-nehmlich bei trocknen Jahren, die Gräben zu räumen, und die Wasserge-wächse im Juni aus denselben auszuziehen. Bäume, die mit ihren Wur-zeln die Graben verengen, mit den faulenden hineinfallenden Blättern siefüllen, dürfen nicht geduldet werden, und der Grabenauswurf muß in sol-cher Entfernung vom Rande liegen, daß er nicht wieder hineinfallen kann.Wegen den Entwässerungsanstalten von größerem Umfange s. Ab Wässe-rung. Die Versumpfungen durch wasseraufsaugende Moose werden dadurchverhindert, daß man diese aussticht und wegschafft. — Der Schaden, 'wel-cher den Forsten durch Frost zugefügt wird, entsteht a) durch Aufziehender jungen Pflanzen, vornehmlich bei Boden, welcher viel Feuchtigkeitund eine unbenarbte Oberfläche hat. Es wird dadurch viel Schaden ver-ursacht, und Mittel, diesen zu verhüten, sind: Erhaltung der benarbtenj Oberfläche des Bodens, Vermeidung der Auflockerung derselben, und Ent-i Wässerung, um die zu viele Feuchtigkeit wegzuschaffen. Wegen mannigfal-tiger anderweitiger Rücksichten und Hindernisse sind diese Mittel jedoch selten, genugsam anzuwenden, um diesen Schaden zu verhüten. Bei der Fichten-saat, welche sehr auf diese Art leidet sucht man deshalb das Aufgehen derjungen Pflanzen in sehr dichten Büscheln zu bewirken, d) Durch Erfrie-ren der jungen Pflanzen und Ausschläge. Die Schutzmaßregelndagegen lehrt der Waldbau (s. d.). Es schützt dagegen die Führung des! Hiebes, so daß das stehende Holz Schutz gegen die Nord- und Ostwindegewährt; ferner das Ueberhalten überschirmendec Bäume, die Benutzungschützender Steine und alter Stöcke, um hinter ihnen zu säen, Vermeidung^ des Anbaues von zärtlichen Holzgaktungen in Gegenden, welche dem Frost-schaden sehr unterworfen sind. — Gegen Dürre und Hitze können dasUeberhalten beschützender Schirmbäume, das Tiefsäen des Holzsamens, dastiefe Aufgraben der Pflanzlöcher, das Bcdecken der Saaten mit schützendemDeckreisig, als die empfehlenswerthesten Mittel angesehen werden. — DerJnsectenschaden betrifft vorzüglich die Nadelhölzer und unter diesen vorallen die Kiefer und Fichte, wovon die erstere sehr unter dem Raupenfraßeleidet, die andere durch den Borkenkäfer angegriffen und beschädigt wird.Es leben zwar auch viele Jnsecten von den Blättern des Lqubholzes, oderzerstören auch dessen absterbendes Holz, selbst auch theilweise das grüne; je-doch wird der Verlust der Blätter dem Laubholze, das leicht wieder neueentwickelt und nicht dadurch erkrankt, nicht so verderblich als dem Nadel-holze. Keine Art von Jnsecten verschwindet ganz, sie sind alle fortwährendvorhanden, wenn sie auch nicht bemerkt und beachtet werden, so lange siewegen geringer Menge keinen Schaden thun. Wird aber ihre Entwickelungunter geeigneten Umständen, begünstigt, so erfolgt auch ihre Vermehrungschnell und bis zu einer so ungeheuren Ausdehnung, daß sie fürchterlicheVerheerungen anrichten. Jene Umstände sind vornehmlich: günstige Witte-