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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Forsttaxe.

Ler ärmern Volksklasse aus benöthigte Brennholz in geringen Sortimentenfür sehr ermäßigte Preise nach der Taxe zu überlassen, um die nicht seilenwirkliche Nothwendigkeit des Holzstehlentz dadurch zu beseitigen. Es läßt sichaber leicht beurtheilen, ob die Forst- oder Holztaxe in einer Gegend für hochoder niedrig gehalten werden kann. Wenn nehmlich das Holz, welches aufeinem Morgen Fläche bei guter Wirthschaft jährlich erzogen werden kann,mehr kostet, als die Frucht, die man jährlich auf einem Morgen von glei-cher Bodengüte erziehen kann, nach Abzug der Gewinnungskosten werth ist,so kann man den Hvlzpreis für hoch halten, weil der Waldeigenthümer kei-nen höher» jährlichen Reinertrag von seinem Waldboden verlangen kann.als der Feldbesitzer von seinem Boden, der gleiche Güte hat. Im entgegen-gesetzten Falle kann man aber den Holzpreis für niedrig halten. Es wirddaher beim Entwürfe einer Hvlztaxe in Betracht zu ziehen sein: a) die Be-stimmung, ob der Waldeigenthümer aus seinem Forste denselben, oder einenkleinern oder größer» Reinertrag haben soll, als ihn ein Gutsbesitzer in der-selben Gegend von seinen Feldern bezieht, deren Boden gleiche Güte, wieder Waldboden hat. d) Die Größe der Holzmasse, die auf einem bestimm-ten Flächenraum, binnen einer angenommenen Zeit erzogen werden kann.Da nun Nadclholzwaldungen auf einer Fläche von gleicher Größe und glei-cher Bodengüte jährlich mehr Holz produciren, als die Laubholzwaldungen,so kann schon auch deswegen der Preis des Nadelholzes wohlfeiler sein, alsder Preis des Laubholzes, c) Die mehr oder weniger ausgedehnte Brauch-barkeit und Güte des Holzes. Eine gewisse Holzmasse, die mehr Hitze giebt,als eine ebenso große Masse von einer andern Holzgattung, ist daher natür-licher Weise auch um so viel mehr werth; und eine Bauholzart, die länger

dauert, hat einen größer» Werth als eine andere, die von kürzerer Dauer

ist. Ebenso kann ein Stück Holz von mannigfaltiger Gebrauchsfähigkeittheuerer sein, als eins, dessen Gebrauch nur eingeschränkt ist, und einemStücke Holz, zu dessen Erziehung einige Jahrhunderte erforderlich sind, kannund muß natürlich eine höhere Taxe bestimmt werden, als einem solchen,das man in 80 oder 100 Jahren erziehen kann. Um wie viel höher man

aber in allen diesen Fällen die Taxe stellen könne, das ist freilich sehr will-

kürlich', und muß sich nach der bisherigen Obscrvanz richten. Gewöhnlichbeobachtet man hierin folgende Verhältnisse: I) einem Eubikfuß Bauholzgiebt man gewöhnlich den doppelten Preis eines Eubikfußes Brennholz vonderselben Holzqattung, setzt aber auch die geringeren Bauholzsortimente ineinen etwas niedrigeren Preis, als die stärkeren; 2) einen Eubikfuß Nutz-und Werkholz taxirt man gewöhnlich 3 mal so hoch, als einen EubikfußBrennholz von derselben Holzgattung; und für ein Nutzholzstück, das wegenseiner ausgezeichneten Dicke und Länge, oder wegen seiner seltenen Form u.s. w. einen ungewöhnlichen Werth hat, kann man den Preis noch höhersetzen; 3) den Eubikfuß Geschirrholz seht man im Preise dem Nutz- undWerkholze gleich-, 4) der Preis eines Eubikfußes von gutem Stockholz kannMit ^ des Preises eines Eubikfußes von Klobenholz gleichgesetzt werden, und5) der Preis eines Eubikfußes Reiserholz kann Z des Preises eines Cubik-süßes Klobenholz betragen. <i) Der mehr oder weniger kostbare Transportdes Holzes, bis zum Verbrauchsorte. Wenn das Holz mehr Transportkostenverursacht, so kann es nicht so hoch taxirt werden als dasjenige, welchesmit weniger Kosten an denselben Ort zu schaffen ist. Ist der Unterschiedder Transportkosten sehr groß, so kann der Fall eintreten, daß der Werth