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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Forstthcoretiker Fvrstvevmesfilng.

Wegen ausscheidet; noch andere endlich, indem man die Forstproducte oder ein-zelne Bestandtheile derselben mit andern Substanzen in chemische Verbindungsetzt, und so einen neuen nutzbaren Körper erzeugt. Die technischen Be-nutzungen der Forstproducte können, in Bezug auf ihre Wichtigkeit für denForsteigenthümer und das Forstwesen, in Haupt- und Nebennutzungen ein-getheilt werden (s. Forst). Erstere beziehen sich vorzüglich auf die techni-schen Zurichtungen der Hauptforstproducte; sie kommen am häufigsten vor iund gewähren im Allgemeinen die beträchtlichsten Forsterträge. Es gehöre» !vornehmlich dahin die Zugutmachung der Nutzhölzer, das Kohlenbrennen,das Aschebrennen und Pottaschensieden, die Harz- und Terpentingewiunung,das Pechsieden und Theerschwelen, mit Gewinnung der Holzsäure und desKien- und Terpentinöls, das Kienrußbrennen, die technische Zurichtung derGerberlohematerialien (s. diese Gegenstände unter den sie betreffendenArtikeln). Die forsttechnischen Nebenbenutzungen beziehen sich dagegen vor-nehmlich auf die Zurichtung von Nebensorstproducten. Ob zwar gleich de-ren Gewinnung im Allgemeinen in minderem Grade zur Vermehrung derForsteinkünfte beiträgt, so kann sie doch auch unter besondern örtlichen Ver-hältnissen oft wesentliche Vortheile gewähren. j

Forfitheoretiker, wird derjenige genannt, der die Lehre von der jForstwissenschaft studirt, sie aber noch nicht praktisch angewendet hat. Wen- -det ein solcher die erlernte ächte Theorie richtig an, so wird Alles gelingen. ,Indessen ist die richtige Anwendung der Theorie in vielen Fallen sehr schwie-rig, indem es hauptsächlich auf die Beurtheilung ankommt, welche Theorieauf jeden der so sehr verschiedenen Falle paßc; daher kommt es auch, daß ,

die bloßen Theoretiker mitunter große Fehler machen, bis sie erst, durch !

die Erfahrung belehrt, die Theorie für jeden Fall richtig anzuwenden verstehen. ^Forstunkräuter, nennt man beim Forstwesen alle Pflanzen, die Ider Holzkultur nachtheilig sind, obgleich manches Forstunkraut nicht zu den jKrautern, sondern selbst zu den Holzpflanzen gehört. Die schädlichsten der-selben sind: die Vesenpfcieme, das Farrenkraut, die gemeine Heide, der Hei-dclbeerstcauch, der Himbeerstrauch, der Preiselbeerstrauch, die Stechpalme,der Tollbeecstrauch u. s. w. Diese saugen entweder den Boden aus undhindern die natürliche Besamung, oder sie verdämmen die jungen edleren Holz-pflanzen, und werden oft auf großen Waldflachen sehr nachtheilig. DieAnzahl der übrigen Gewächse, die beim Forstbetriebe hier und da auf kleinenPlätzen schädlich sind, ist sehr groß, und selbst die sonst sehr nützlichen Gräserkönnen den Saatkulturen durch Vcrdämmung schaden, wenn sie sehr hochund dicht aufgewachsen sind.

Forstverniessnng , ist die geometrische Vermessung und Aufnahmeeines Forstes nach Größe und Flächeninhalt an Morgen und Quadratru-then. Ein Forst muß durchaus zur regelmäßigen Bewirthschaftung vermes-sen und chartirt sein, um genau zu wissen, wie groß er ist, und welche Fi-gur er bildet. Man muß aber auch außerdem auf der Forstcharte die Be- ^

schaffcnheit der Holzbestände, mit Rücksicht auf Holzgattung und Alter der- !selben, nach einer zweckmäßigen Abtheilung in Altersklassen derselben, ersehen !können. Diest Uebersicht ist aber am besten dadurch zu erlangen, wennman für jede Holzgattung eine besondere Farbe bestimmt, und die mit die-ser oder jener Holzgattung bestandene Fläche mit der für sie bestimmtenFarbe auf der Charte überdeckt. In Preußen ist für die Eichen gelb, fürdie Buchen braun, für die Birken carminroth, für die Erlen grün,