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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Frankreich.

die Lim eigne/ ein sehr plattes, kalkartigcs Thal, mit weißem talkartigemLehm, welcher so sehr mit Humus vermengt ist, daß er die größte Frucht-barkeit zeigt; endlich die schmale Ebene der Elsaß. In den von Naturminder ausgestatteten Provinzen Frankreichs im Norden ist Kies, Sandoder Stein vorherrschend. Die beträchtlichen Lchden von Bordeaux sindallerdings der Verbesserung fähig; sie müssen aber in ihrem jetzigen Zustandezu dem schlechtesten Boden von Frankreich gezählt werden. An dem Fußeder Pyrenäen liegen große wüste Strecken, die, wenn sie Nutzen gewährensollen, große Sorgfalt erfordern. Die bewässerten Thaler vo.: Roussillonhaben eine üppige Fruchtbarkeit; viele Strecken sind jedoch platt und steinig,trocken und unfruchtbar. Von der großen, an Naturerzeugnissen reichenProvinz Languedoc sind ^ bergig; auch in der Provence und Dau-phin? sind Felsen, Steine und Kies im Ueberfluß, so wie die ganze Küsteder Provence einen armseligen steinigen Boden hat. Um Aix ist alles Landtalkartig. In Lyonnois und Auvergne herrschen ebenfalls Stein undHügel vor, und Bourbonnois und Nevernois bilden eine großeEbene, durch welche die Loire und Allier fließen. Der Bodenbeschaffen-beit Frankreichs gebührt im Allgemeinen der Vorzug vor der Englands.Nirgends trifft man so elende Strecken von dürrem Lande an, wie inNorfolk und Suffolk; und die Landes oder Lehdcn sind unendlich bester,als Englands nördliche Moore. Ein sehr wesentlicher, unschätzbarer Vortheilist aber der, daß ihr zäher Lehmboden nicht die Eigenschaften des Thon-bodens annimmt, der in manchen Gegenden Englands so steif und fest ist,daß die Kulturkosten einem mäßigen Ertrage beinahe gleichkommen. Von54,009,776 Hectaren (s. d.) Bodenfläche sind in Frankreich noch 7,185,475unbebaut. In manchen Gegenden, namentlich im nördlichen Theile desReichs, sind gute und reichliche Wiesen selten, in andern wenigstens häufigkostbar, ihre Behandlung aber mehrentheils sehr mangelhaft. Man schätztdas gesummte Wiesenareal auf 3 488,000 Hectaren, so wie man die Wal-dungen auf 7,072,000 Hectaren angiebt. Merkwürdiger Weise zeigt sichin allen jenen Departements, die sich durch ihren Holzreichthum vor andern aus-zeichnen, immer auch die Bevölkerung und der Ertrag des Bodens verhält-nißmäßig größ-r, als in allen andern. Frankreich hat viele Heerstraßen undEanäle, welche zu Haupthandelsplätzen führen. Hauptproducte Frankreichssind: die Erzeugnisse des Getreide-, Gemüse-, des Obst- und Weinbaues,der Viehzucht u, s. w. Man schätzt das Capital des landwirthschaftlichenunbeweglichen Vermögens, mit Inbegriff des nothwendigen beweglichen, auf35 Milliarden, 522 Mill., 61,476 Franken, und den gesummten Roh-ertrag des Ackerbaues auf 4,678,728,884 Franken. Man hat berechnet,daß der Uebec'chuß der Ernte über den Bedarf Frankreich in den gewöhn-lichen Jahren nur 15 Tage, in guten Jahren nur 27, und in den geleg-nelsten Jahren nur 66 Tage ernähren könne, wobei man das mit Ge-treidefrüchlen bestellte Land in ganz Frankreich nur auf 14 Millionen Hecto-litcr oder 28 Mill, Morgen annimmt. Frankreich besitzt 520 Minen(darunter 303 von Steinkohlen mit 15 Millionen Ctr. Ausbeute, und131 von Eisen mit 1,926,000 Ctr. Ertrage), wobei ungefähr 30,000 Al-be ter angestellt sind. Außerdem hat es auch noch 1391 Steinbrüche, dieauch unter der Aufsicht des Staates stehen. Die Produktion der Run-kelrübenzuckerfabrikation nimmt man zu 25 Mill, Pfd. an, und >nseinen außereuropäischen Colonicn erzeugt Frankreich noch 160 Mill. Pst-

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