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Frankreich.
wohner. Wegen der so geringen Achtung, die man in Frankrech für daslandwirthschastliche Gewerbe hegt (die meisten Landleute thun dies selbst),bemerkt man eine allgemeine, verderbliche Sucht des Landmannes, aus sei-nem Stande sich zu erheben. So wie unter Frankreichs Ackerbauern sichdie Landwirrhe der Picardie und Normandie vor allen andern durch ihrenrationellen Landwirthschaftsbetrieb rühmlich hervorthun, so findet man auchhier nur, besonders in der letzteren, in den ländlichen Wohnungen Frauenund Töchter von Landwirthen, die den Anstand höherer Bildung besitzen,mit Musik und Zeichnen sich abgeben, und dennoch mit der Haushaltungdem Garten und dem Viehstall sich beschäftigen. In allen andern Gegen-den machen sie sich gleichsam ein Gewissen daraus, der Gesellschaft sich zuentziehen und sich auf dem Lande zu vergraben. — Das Grundeigenthumist in Frankreich sehr getheilt. Es giebt dort nur 107 Personen, die100,000 Franken aus ihrem Grundbesitze ziehen, während der englischeLord Stafford allein 7^ Mill. Rente von seinen Landbesitzungen hat. Manberechnet, daß jeder Grundbesitzer (4,300,000 angenommen) im Durchschnittnur 30 Arpents (s. d.) hat. Man bringt den Grundbesitz in 3 Klassen,großer, mittlerer und kleiner, und rechnet auf den ersten 20 Mill., auf denzweiten 37 Mill. und auf den dritten 4i Mill. Arreal. Die großen Gü-ter, so wie auch ein Theil der mittleren, sind verpachtet; ein anderer Theilder mittleren, so wie alle kleineren, stehen in eigener Bewirthschaftung; dergrößte Theil der mittleren ist aber eigenen Wirthen um die Hälfte des Er-trags überlassen. Die Kürze der Pachtzeit und das System, Land anMetayers zu verpachten, welche sich verpflichten, ein Gut 3 Jahre langanzubauen und dem Eigenthümer die Hälfte des Ertrags an Rente zu be-zahlen, sind nächst den nachteiligen Wirkungen der Unwissenheit, in welcherdie Mehrheit des Landvolkes aufwächst, die zweite große-Ursache des gedrück-ten Zustandes des Ackerbaues in Frankreich, nicht zu gedenken des hohenPreises des Grundeigenthums, welches zu einem Werthe gestiegen ist, denman außer England nicht kennt. In der Picardie wird die Mine Lan-des (ungefähr 1 magd. Morgen) mit 600 bis 1200 Franken bezahlt. Fastin ganz Frankreich dauert der Pacht nie länger als 9 Jahre. Bei St.Dizier wird, so wie in ganz Lothringen, der Pacht in Körnern abgetragen,oder er richtet sich wenigstens nach dem Preise der Körner. In der Land-schaft Brai wird der Hectar Weideland nicht selten mit 5000 Frankenbezahlt. Ein Landgut von 24 bis 25 Hectaren Weide- und 10 bis 15Hectaren Ackerland wird für 4000 Franken verpachtet und erfordert einBetriebscapital von 16000 Franken. Wahre Capitalien, welche zur Be-wirkung landwirthschaftlicher Verbesserungen wesentlich nöthig sind und demBesitzer oder Pächter zu Gebote stehen, sind in Frankreich wenig anzutreffen;dagegen sind die Arbeitskräfte reichlich vorhanden, wiewohl es in der zweck-mäßigen Anwendung fehlt. Alles in Rechnung gebracht, soll immer einePerson mit ihrer Arbeit zwei andere ernähren. — Nachdem der Zehent inFrankreich abgeschafft worden, wurde der gestimmte Boden Frankreichs einerGrundsteuer unterworfen, die im Durchschnitt für den Arpent 2 Fr. be-trägt, zusammen 258 Mill., mit Inbegriff der auf den 129 Mill. Arpenlsartbaren Bodens hastenden Ortslasten. Diese Auflage beträgt den 9 tenTheil des reinen Ertrages und derjKulturkosten; ist also der Gesammtertrageines Arpent 34 Fr., davon 16 für die Kulturkosten, 2 für die Abgabeund 16 für den Reinertrag bleiben. Man hält in Frankreich diese Abgabe