Frankreich.
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kelrüben in Frankreich zu Branntwein und als Kaffeesurrogat statt des Ei-! chorienkaffees. — Die Möhrenkultur wird in Frankreich in steigenderAusdehnung betrieben. Um die Kosten des Jätens zu vermindern, bautman sie auf kleine Dämmchen, die denen beim Kartoffelbau ähnlich, nurnicht ganz so hoch sind. Sie werden mittelst eines doppelten Strcichbrct-pfluges gebildet und bann mit einer Walze überzogen, um ihre Erhöhungetwas zu ebenen; alsdann zieht man auf jedem 2 kleine Rinnen, streut den, Samen hinein und deckt diesen nur le'cht mit Erde zu. Sobald die Pflänz-chen aufgegangen, werden sie sorgfältig, jedoch nur in den Reihen, gejätetund behackt. Wenn späterhin das Unkraut auf den Abhängen der Dämm-chcn in den Vertiefungen zum Vorschein kommt, wird mit einem kleinenPfluge etwas Erde von den Dämmchen abgepflügt und, ohne jedoch die^ Wurzeln bloß zu stellen, in die Vertiefung geworfen, einige Zeit nachheraber wieder an die Pflanzen angehäufelt. Hierdurch wird das Erdreichmürbe erhalten und das Unkraut unterdrückt. — Der Raps bau ist inneuester Zeit auch von dem französischen Landwirthe aus Noth ergriffenworden- obgleich derselbe schon vor 50 Jahren in manchen Gegenden miti großem Eifer betrieben wurde. In den nordwestlichen Distrikten wird der
? Raps fast allgemein verpflanzt; die Pflanzschule und die üble Gewohnheit,
! Stroh und Schoten zu verbrennen, geben aber zu einer nachlheiligen Er-
schöpfung des Ackers Veranlassung, so wie auch eine solche Bestellung, da1 Acker Pflanzschule höchstens zu 3 Ackern hinreicht, und 10 Weiber und. 1 Pflug zum Bepflanzen eines Ackers erfordert werden, sehr hoch zu stehen
' kommt, und iomik den Ertrag bedeutend schmälert. Einsichtsvollere Land-
i Wirthe säen ihren Raps in Reihen von 22 Zoll Entfernung und behäufeln
^ ihn leicht im Herbste. Man erntet im Durchschnitt 22 Hektoliter vom
Hectar. — Der Flachs und Hanf wird im Ganzen nur in kleinenQuantitäten überall in Frankreich angebaut. Indessen berechnet man dochden Werth des auf 140,000 Hektaren erzeugten Flachses und Hanfes auf50 Mill. Franken. — In manchen Gegenden bebaut man große Flächenmit Stechginster, bloß zur Feuerung; in andern Gegenden wird der stache-lige Ginster fortwährend als nahrhaftes Fütterungsmittel für die Arbeits-pferde benutzt. — Der Gemüsebau Frankreichs blüht vorzüglich in derschonen Ebene von Saint-Denys im Departement der Seine; auch ander Meeresküste bei Havre hat sich der Gartenbau sehr aufgeschwungen. —Was den Obstbau anlangt, so rühmt man vornehmlich die Frucht derAepfelbäume in der Umgegend von Havre, indem diese namentlich einenEider liefern, der seinen lieblichen Geschmack viel länger beibehalt, als derim Innern des Landes gewonnene. In der Landschaft Brai sind fast alleWeiden mit Aepfelbäumen bepflanzt, und durch lebendige Hecken in Koppelnvon 1 bis 2 Hektaren Flächenmaß abgetheilt. Diese Bäume sind demGraswuchse eher zuträglich als nachtheilig, und wegen des Schattens demVieh fast unentbehrlich. Die Bretagne ist ein ächtes Eiderland, undbesonders wegen seiner schönen Aepfel merkwürdig. — Das jährliche Kasta-nieneczeugniß rechnet man zu 8 Mill. Werth. Der Verbrauch derselbenunter den Armen ist enorm; auch füttert man stellenweise mit den kleinendie Schweine; doch mästen sie nicht so gut, als die Eicheln. — In einigenGegenden von Frankreich trifft man viele Wallnußbäume an, wo mandie Kuchen von Wallnußöl für das beste Futter zur Ochsenmast hält.Diese Früchte werden überhaupt meistens zum Oelschlagen benutzt, und