Fruchtbarkeit.
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der Luft vermitteln, anderseits als Erreger der Lebensthätigkeit unmittelbarauf das Pflanzenleben einwirken. Die Fruchtbarkeit der Atmosphäre ist alsozusammengesetzt: a) aus ihrem Gehalte an materiellen Stoffen, welche blei-bend erscheinen im Bezug aus Sauerstoff, schwankend und örtlich verschiedensind rücksichlich des Gehalts an Feuchtigkeit und kohlensaurem Gase; b) ausder örtlich verschiedenen Thätigkeit wirkender Kräfte. Stoffgehalt und Tbä-tigkeit der Atmosphäre begründen die Eigenthümlichkeit derselben, welches mitdem Ausdrucke Clima (s. d.) bezeichnet wird. Demnach kommt hier näherin Betracht: ») der Sauerstoff der Atmosphäre; l>) das kohlensaure Gas;<:) die Feuchtigkeiten der Atmosphäre; <I) die Temperatur derselben und diedavon abhängenden Erscheinungen, als Frost. Hitze, Winde u. s. w,; o) dieLichtclnwirkung; k) die Elektricität der Atmosphäre (s. d. Art.). — 2) DesBodens. Unter der Fruchtbarkeit des Bodens versteht man die Kraft, mitwelcher der Boden auf den Wuchs und die Ausbildung der in ihm wur-zelnden Gewächse einzuwirken vermag. Diese Kraft hängt zuerst und vor-zugsweise von der Menge organischer Bestandtheile, welche dem Boden bei-gemengt sind. vom Humusgehalte, ab, da diese den größten Theil des Ma-terials zur Bereitung der Pflanzennahrung liefern (s. Humus). Sie hängt^ ferner von den Eigenschaften und der Beschaffenheit der den Boden bilden-^ den anorganischen (s. d.) Bodenbestandtheile ab, da dieje die Herausbildungder Pslanzennahrung aus dem Humus der Dammerde fördern- oder hindern,und das Magazin sind, in welchem die Bereitung der Nahrungsstoffe vorsich geht (s, Boden). Sie wird aber auch nach der Beschaffenheit deräußern atmosphärischen Begrenzung abgeändert, indem die Stoffe und Kräfte! derselben theils qls Ernährungsmaterial in den Boden, oder unmittelbar indie Pflanze übergehen, theils als wirkende Kräfte die Bildung der Pflanzen-nahrung in dem Boden aus dem Humus vermitteln (s. Atmosphäre undClima). Endlich hangt die Fruchtbarkeit des Bodens von der Menge der, ihn bedeckenden Vegetabilien,, von deren Eigenthümlichkeiten und von deren! Behandlung und Benutzung durch die Hand der Menschen ab. Da vor-j zugsweise die Vegetabilien den Humus des Bodens durch ihre Wiederauflö-! sung erzeugen, so muß diese Erzeugung mit der Menge vorhandener Pflan-zen gleichmäßig steigen, was in um so höheren Graden der Fall sein wird,je mehr die Gewächse überhaupt geeignet sind, den Boden zu verbessern, undje weniger die Benutzung verringernd eingreift. Die Menge und der ge-l drängte Stand der den Boden bedeckenden Gewächse wirkt aber auch inso-fern^die Fruchtbarkeit erhöhend auf den Boden ein, als durch geringern Lust-und Lichtzutritt und Wechsel der im Boden vorhandene Humus langsamerund nachhaltiger zersetzt wird. Aber nicht alle Vegetabilien sind in gleichemGrade geeignet, die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhöhen. In dieser Hin-sicht stehen die Holzgewächse des Waldes oben an, und unter ihnen beförderndiejenigen die Fruchtbarkeit am meisten, welche sich am geschlossensten und imSchlüsse am längsten erhalten. Diese Eigenschaft kommt der Rothbuche imhöchsten Grade zu, nächst ihr den Nadelhö:zern. Nächstdem erhöhen diejeni-gen Holzarren die Fruchtbarkeit am mnsten, welche die größte Menge von^ Nahrungsstoffen aus der Atmosphäre aufzunehmen vermögen, in welcher Be-ziehung die Nadelhölzer oben an stehen. In weit geringerm Grade, als die! Holzpflanzen, sind die Gräser und Kräuter zur Erhaltung und Erhöhungder Fruchtbarkeit des Bodens geeignet, selbst in dem Falle, wo die gesammteProduktion derselben an Dungmaterial dem erzeugenden Boden verbleibt.