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Nr. 1 eine größere Spannung des Wassers nicht ertragen undeinstürzen würde, indem es schon bei der augenblicklichen Spannungnothwendig geworden sei, Verstärkungen zu ihrem Schuß anzu-bringen. (v. Hopsn er 288.)
Ähnlich ging es 1806 bei der Armirung von Maß, da beieinem Versuch zur Jnnundation das Plötzlich eintretende Thauwetterdie einzige Schleuse fortgerissen hatte und eine Reparatur derselbender Jahreszeit halber unmöglich war. (v. Höpfner paß. 43.)
Demnächst bleibt fast jede Jnnundation von dem unversehrtenBestand der Schleusen und Dämme abhängig, und nicht nur Hoch-wasser und Eistreiben gefährden dieselben, sondern der Feind wirdhäufig auch durch die Örtlichkeit begünstigt, diese Schutzwehrenzu zerstören.
So vernichtete ein einziger Bombenwurf, welcher am 31. Mai1697 die Hauptschleuse der Festung Ath traf, die Jnnundation,so daß diese in 5 Stunden ablief.
Auch in Menin 1706 hatte eine Bombe die Hauptschleusezerstört, und ein ungehemmter Wasserstrom drohte die Pulver-Magazine zu überschwemmen, (v. Schöning psz. 195.)
Sobald endlich Frost eingetreten ist, gewähren Jnnundationenund Wassergräben nicht einmal mehr den passiven Schutz.
So begünstigte der Frost am 24. Januar 1635 den Überfallvon Philippsburg, da die Österreicher unter Oberst Bambergerdas schwache Eis des Festungsgrabens bei der Sorglosigkeit derfranzösischen Besatzung mittelst Bretter und Stroh »»entdeckt über-schritten hatten.
Das Aufeisen aber beschränkt sich wegen der ungeheurenund stets wiederkehrenden Arbeit (*) in der Regel nur auf dasFreihalten einer tüchtigen Künette, welche der Feind indessen mit-telst Leitern und Bretter leicht überbrückt.
*) In Cosel waren 1867 zum Aufeism täglich 806 Mann erforderlich ge-wesen; indessen hatte man nur 442 Landarbeiter unter der Benennung» Eisbauern« zusammenbringen können. Dieselben arbeiteten Tag undNacht in Ablösungen und erhielten täglich 6 Silbergroschen und freiesBrodt. Nur mit Mühe konnten die Hauptgräben offen erhalten werden,und als Thauwetter eintrat, ließ man sie als unnütze Brodteffer laufen.(Archiv III.)
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