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In Danzig 1807 hatte Mail zur Aufeisung und Offenhaltungder Gräben 48 mit Eisenblech beschlagene Böte bestimmt. Nach-dem die Eisfläche des Hauptgrabens längs der Mitte einmal geöff-net worden, erhielt jedes Boot 4 Mann, von welchen 2 das-selbe an Tauen langsam fortzogen, wahrend 2 das Boot in schau-kelnder Bewegung erhielten, auf diese Art das Eis brachen unddessen Stücke mit Schaufeln bei Seite warfen.
Da die Kälte nicht anhaltend und streng war, gelang es sodie Wassergräben den Winter hindurch offen zu erhalten. (ArchivUter Band 36.)
In Torgau 1813 wurde das Eis der Gräben von den Pon-tonieren und Sappeuren mit einer Menge von Arbeitern ebenfallsmittelst Kähnen, die schaukelten, und mit großen Schlägeln zer-brochen. (Archiv llter Band psg. 217.)
Bei anhaltender Kälte wird das Aufeisen aber gar nicht mehrausführbar, wie z. B. 1761 vom 13. December ab in dem be-lagerten Colberg. (v. Schvning II. xag. 231.)
Selbst gilt aufgeeiste Festungsgräben machen daher eine unaus-gesetzte Bewachung durch Schildwachen unerläßlich, und das Auf-eisen selbst muß überdies jedesmal durch vorgeschobene Außenpostengedeckt werden.
Sonst vermag es der Feind zu stören, oder das unvermeidlicheGeräusch bei dieser Arbeit läßt das Nahen des Feindes zumÜberfall überhören (Herzogenbusch).
Das Sprengen des Eises mittelst Pulver leistet ebenfallsnicht mehr; ein starker Frost macht in beiden Fällen alle derglei-chen Arbeiten vergeblich.
Im Jahre 1828 wurden deshalb von der preußischen Artil-lerie in Thor» (Archiv XII. ,mg. 127) Versuche über dasSprengen des Eises angestellt. Diese ergaben, daß es schonbei 10 Grad Kälte nach Neaumur große Schwierigkeit habe,das Wasser offen zu erhalten.
Deshalb probte man auch bei diesen Versuchen das Mittel,die Sturmfreist eit der Wälle durch Begicßen der äuße-ren Wallböschungen herzustellen, dessen sich bekanntlichder preußische Oberst Heinrich v. Hallard 1675 in der glor-reichen Vertheidigung von Wolgast mit so großem Erfolg bedient