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Sie bilden über einem 12 Fuß breiten Raum ein halbes Dach,welches innerhalb mit Brettern verkleidet und außerhalb mit Erdeund Rasen oder Faschinen und Erde belegt wird.
Wie trefflich ein solches Schirmdach gegen die Hohlgeschossekleiner Kaliber schützt, geht aus der Erfahrung hervor, welchedie preußische Artillerie am 7. und 8. December 1792 bei demBombardement von Königsstein machte. Es hatte nämlich einigeZeit vorher geschneit und auf dem hohen steilen Dach des Schlosseshatte sich durch Nässe und später eintretenden Frost auf dem Schneeeine Eiskruste gebildet.
Die 10-pfündigen Granaten und Bomben, welche auf die schiefeDachfläche trafen, glitten deshalb mit der Eis- und Schneedeckeherab, ohne das Dach zu durchschlagen. (Seydel IV. pug. 160.)
Nach 290 der »Lehre vom Festungskriege-- des Haupt-manns C. H. Aster sind dergleichen Schirmdächer 1813 von denFranzosen in Torgau verwendet worden.
Die Thorwachen.
Jedes Festungsthor wird innerhalb durch einen Doppelpostenbewacht. Ist das Thor überdeckt (gewölbt), so wird auf dem-selben eine Schildwache aufgestellt, welche die zum Thore führendeCommunication beobachtet. Sie findet ihre Ausstellung zur Seiteauf der Krone der Brustwehr, wenn das Thor nicht überbaut ist.
Hat das Thor einen Tambour, so wird derselbe ebenfallsmit einem Doppelposten besetzt, von welchem eine Schildwachedes Nachts in dem vorhandenen Brückenkeller zu stehen kommt.
Die Bewachung der Barriere jenseits der Brücke fällt der Wachedes Ravelins zu.
An der Barriere der Pallisadirung, welche die Thorwache gegendas Innere des Platzes absperrt, wird eine Schildwache gestellt,und überdies ein Posten vor dem Gewehr gegeben.
Hiernach wird jede durch einen Officier commandirte Thorwachebestehen müssen aus 1 Unterofficier, 1 Spielmann, 1 Gefreitenund 15 bis 21 Mann.
Das Piquct für jede Thorwache würde sonach 6 bis 8 Mannstark sein müssen, um bei übler Witterung und bei Nacht diePosten der Thorwache zu verstärken.