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Der Dienst der Infanterie bei der Vertheidigung der Festungen gegen den gewaltsamen Angriff / bearbeitet durch W. v. Kamptz
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Jede in den Graben führende Poterne wird bei Tage durcheinen Doppelposten beseht, dessen eine Schildwache bis an dasin den Graben mündende Thor vorgeschoben ist, um jeden Versuchdes Feindes auf dasselbe hören und der anderen Schildwachezurufen zu können.

Diese Schildwachen werden der nächstgelegenen Wache zu-getheilt, für die Nacht aber durch Mannschaften des betreffen-den Piquets verdoppelt.

Die Piquets.

Vor dem Dunkelwerden und selbst bei Tage, sobald Schnee-gestöber, Nebet, starker Regen die Fernsicht einschränken, oderstrenge Kälte den Dienst beschwerlich machen, rücken die «Piquets «zur Unterstützung der Wachen aus.

Sie müssen noch bei Tageslicht dort eintreffen, damit diePosten, welche sie stellen, die Örtlichkeit deutlich erkennen können,welche sie während der Dunkelheit bewachen sollen.

Liegt ein Neduit (oder denfensibles Gebäude) in dem Festungs-werk, so wird der Kern des Piquets benutzt, dasselbe währendder Nacht selbstständig zu besetzen.

Wo Caponicren oder Revers-Gallerten den Graben verthei-digen, werden vorzugsweise die Piquets zur Besatzung dieser Hohl-bauten abgetheilt.

Auf diese Weise wird der Kern des Piquets verwendet, wäh-rend deren einzelne Posten auf den Wällen zum Eindubliren alsSchildwachen benutzt werden, was die Ronde-Officicre nach derÖrtlichkeit zu regeln haben, welche mit den Piquets eintreffenund sich während der Nacht auf bestimmten Wachen der gefähr-deten Festungsfront aufhalten müssen, von welchen aus sie ihreRonde zu machen haben.

Die Patrouillen.

Der Patrouillengang auf der armirten und besetzten Enceintemuß besonders lebhaft sein, sobald der Frost die Festungsgräbenmit Eis belegt hat, und die Patrouille muß jede einzelne Schild-wache visitiren.