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so sichert doch das unverzüglich eröffnete Kartätschfeuer der Flan-kengeschütze dagegen, daß der Feind mehr Truppen heranführt,und gefährdet den Rückzug seiner bis an das Thor vorgedrun-genen Truppen.
Das Kartätschfeuer muß daher rasch und unausgesetzt unter-halten werden, zu welchem Zweck die Flankengeschütze Schlagröh-ren erhalten und die Kartätscken mit ihrer Pulverladung vereintsein müssen.
Außenwerke, welche in der Kehle offen sind, müssen vom Haupt-wall her in gleicher Weise mit Kartätschen beschossen werden,damit es dein Feinde unmöglich wird, sich in ihnen einzuwohnen(zu logircn).
Damit das Gewehr- und Geschützfeuer in der Dunkelheit nichtaufs Gerathewohl abgegeben werde, hat ein anderer Theil derArtillerie den Graben als nahen Kampfplatz zu erleuchten.
Dies geschieht mittelst Walllampen oder Leuchtpfannen, welchean den Spitzen des Werkes (Bastione, Saillants rc.) in Höheder Berme (des Cordonsteines) der Brustwehr bei der Armirungbefestigt wurden und jetzt entzündet werden.
Sind dergleichen Erleuchtungs-Vorrichtungen nicht Vorhände^:so müssen Artilleristen und Infanteristen Leuchtkugeln, Handleucht-kugeln oder Lcuchtkränze entzünden und über die Brustwehr inden trockenen Graben werfen, einige Schützen der flankirendenFestungslinien aber angewiesen sein, die Feinde zu beschießen,welche die erhellenden Leuchtkörper auszulöschen bemüht sind.
Um dem im Graben am Rcvetement der Escarpe entlangschleichenden Feind das Erklimmen der Escarpe, wie das Ansetzenvon Leitern unmöglich zu machen, müssen durch die Artillerie-Mannschaft an den Punkten, welche weder durch das eigeneFeuer, noch durch das der Nebenwerke bestrichcn werden, aufvorbereiteten Holzrinnen Rollbomben (Granaten) in den Grabengerollt werden.
Selbstredend müssen zu diesen verschiedenen Geschäften die Ar-tilleristen eingeübt, abgetheilt, die Vorbereitungen getroffen undzuverlässige Leute ausgewählt sein.
Zum Gebrauch der Handgranaten und Sturmsäcke sind, wie be-reits erwähnt, Infanteristen von der Wache des Werkes überwiesen.