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herbeigeführt, welcher den Prinzen Stollberg bewog, alle Punkteder Capitulation zu halten.
Als die preußischen Ausreißer hiernächst wieder ausgeliefertwaren, marschirte Oberst v. Wolfersdorsf mit seinen Truppenund Geschützen nach Wittenberg, und fand dort den Befehl, nachPotsdam zu rücken, woselbst er am 29. August glücklich eintraf.(Seydel III. paZ. 309 — 315.)
2. Sturm auf die Äauernicker Flesche der Festung Schweidnitz 1762.
Vor dem Jauernicker Fort (Nr. II.) der Festung hatten dieÖsterreicher ein Fcldwcrk vorgeschoben, welches die Form einerFlesche hatte, in der Kehle pallisadirt und mit 75 Mann und 2leichten Kanonen besetzt war.
Der österreichische Hauptmann Brady, welcher in diesemWerk commandirte, hatte wiederholt durch kleine Ausfälle diepreußische Sappe aufgehalten.
Der preußische Major Lefebre, welcher als Ingenieur die Be-lagerung von Schweidnitz leitete, batte deshalb beschlossenen derNacht zum 19. August sich dieses kleinen Feldwerks zu bemächtigen,welches wegen der großen Verluste durch Bombenfeuer bei der öster-reichischen Garnison den Namen »der Schlachtbank« erworben hatte.
Das Unternehmen befehligte der preußische Major Dr ach,und während 50 Mann unter Hauptmann v. O Verb eck einenSchein-Angriff auf die linke Flanke der Flesche machten, sollten100 Mann unter Hauptmann v. Pirch den wahren Angriff aufder rechten Flanke der Flesche ausführen, die Transchcewacht dernahen Parallele aber die Reserve bilden.
Hauptmann Brady hatte in derselben Nacht drei preußischeSappeurs gefangen genommen, von welchen er den beabsichtigtenAngriff erfuhr.
Er ließ deshalb auf jeder Flanke die Kanone mit Kartätschenladen, befahl nicht früher abzufeuern, als er hierzu das Com-mando geben würde; vertheilte seine zuverlässigsten Infanteristenebenfalls auf die Flanken, besetzte den vcrpallisadirten gedecktenWeg mit einigen Schützen und stellte sich mit der übrigen Mann-schaft hinter der Mitte der Front an die Brustwehr des Werkes,auf welche er das vorhandene Sturmgeräth, 4 Sensen, bereit