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Die zu treffenden Sicherheit-Anordnungen bleiben deshalbauch in der Hauptsache ganz dieselben und werden nur durcb einegrößere Stärke der Wachen und Piquets in den Festungswerken,und dadurch von jenen verschieden sein, daß die Reserven zur Ver-theidigung bereit stehen und die Reduits nunmehr eine selbststän-dige Wache schon während des Tages erhalten müssen.
Diese »Reduits« bestehen in der Regel aus gemauerten,häufig nur aus hölzernen Blockhäusern.
Was brave Truppen in einem Blockhause zu leisten vermögen,das bethätigen die heldenmüthige Vertheidigung des Blockhausesim gedeckten Wege des Hagelsberg der Festung Danzig 1807(Archiv Xl. pg«. 71), das beweisen die tapfern Vertheidigungender Blockhäuser auf dem Predil und Malborghetto durch dieösterreichischen Hauptleute Hensel und Herrmann in dem Feld-zuge 1809, das bezeugt die tapfere Vertheidigung des Blockhau-ses in der Lünette Bourgogne der Festung Longwy am 1-1. Sep-tember 1815 durch 25 französische Ofsiciere, nach Eroberung desumgebenden Erdwerkes.
Jedes wichtige Festungswerk muß unbedingt ein Reduit erhal-ten, sonst ist es einer ausdauernden Vertheidigung nicht fähig,weil der Feind die Besamung des Erdwerkes leicht durch Rico-schett-, Ensilir- und Wurffeuer zu vertreiben vermag.
Wir finden daher bei neueren Festungs-Anlagen jedes eini-germaßen wichtige Erdwerk mit einem Reduit (Kernwerk) versehen.
Wo daher massive Reduits im Frieden fehlen, müssen späte-stens bei der Armirung hölzerne Blockhäuser erbaut werden.
Damit aber bei einem rapiden Verlauf des Gefechtes der Feindnicht gleichzeitig mit der weichenden Besatzung des Erdwerkes indas Reduit einzudringen vermag, wird es unerläßlich, das Reduitvon vorn herein mit einer selbstständigen und gesonderten Be-satzung zu versehen.
Was das Reduit in einem Festungswerke, das ist die Citadellefür die ganze Festung.
So siel 1810 die Festung Lcrida vorzugsweise, weil der Com-mandant den Fehler begangen hatte, das Schloß (die Citadelle)nicht mit einer selbstständigen Besatzung zu versehen.