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in Kenntniß gesetzt, rückte mit 45 Voltigeurs und 2 Gensd'armcngegen dieselben vor.
Zur Stelle angekommen, bemerkte er, daß sein Detachementstark genug sei, um das Schloß einzuschließen, welches außerdemdurch eine Mauer, die den Park einschloß, vertheidigt wurde.Es wurde deshalb sogleich ein Gensd'arme zurückgeschickt, umVerstärkung zu verlangen. Man schickte ihm 9tt Mann, denenbald darauf ein zweites Detachement von 40 Mann unter demBefehl des Lieutenants Santo folgte. Der Adjutant-Majorbefahl hierauf den Angriff.
Die äußere Mauer wurde nach einer kurzen Vertheidigungvon den Lhouans aufgegeben. Sie zogen sich in das Schloßzurück, dessen Thüren sie verrammelten, wonach sie sich sowohlim Erdgeschoß als in der darüber befindlichen Etage vertheilten.
Jede dieser Etagen erhielt ihren Hornisten, der während desganzen Gefechtes blies.
Die Chouans eröffneten durch die Fenster ein gut genährtesund gezieltes Feuer.
Zweimal drangen die Königlichen Soldaten bis 20 Schrittvor das Schloß, wurden jedoch beide mal zurückgeschlagen.
Der Adjutant-Major befahl einen dritten Angriff und ließ,während derselbe vorbereitet wurde, 4 Mann, die von einemMaurer unterstützt wurden, von dem Garten aus gegen einenGiebel des Schlosses vorrücken, der keine Fenster hatte und dessenZugang daher nicht von Innen vertheidigt werden konnte. AmFuße der Mauer des Schlosses angekommen, stellten diese Leuteeine Leiter auf, stiegen bis zum Dache hinauf, deckten dasselbeab und warfen brennende Stoffe auf den Dachbodenraum, woraufsie sich wieder zurückzogen.
Bald darauf erhob sich eine Säule von Rauch aus dem Dacheund die Flammen durchbrachen dasselbe.
Die Soldaten brachen in ein Freudengeschrei aus und rücktenvon neuem gegen die kleine Citadelle vor, welche eine feurigeFahne aufgesteckt zu haben schien.
Die Belagerten hatten zwar den Brand bemerkt, doch hattensie nicht Zeit, ihn zu löschen, und hofften überdem, da die Flammesich mehr in die Höhe verbreitete, daß sie verlöschen würde, wenn
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