XIII
tigeu; er vereinigte die Reiterei wie Jener zu großen Massen, ließsie aber nicht in dünner Linie, wie damals, sondern in tiefer Ord-nung, mit den nöthigen Intervallen fechten, brachte sie in derSchlacht auch dann erst in Anwendung, wenn seine Artillerie vor-gearbeitet hatte, und erreichte mit seiner nicht vorzüglich beritte-nen Reiterei mehr Erfolge, als die steif eingeschulte Reiterei seinerGegner.
Wenn auch in den folgenden Thaten der Reiterei und den Er-folgen, welche kleinere Reiterabtheilungen so oft erfochten, hervor-leuchten sollte, daß es darum zweckmäßiger sei, die Reiterei in kleineAbtheilungen im Kriege zu theilen, weil sie eher Gelegenheit findetzu wirken, als große Massen, die leicht durch das Gelände ver-hindert, weit seltner einen günstigen Moment finden, große Schlägeauszuführen, indem ihre Bewegung und Entwicklung mehr Zeit be-darf, und darüber oft der rechte Zeitpunkt des Wirkens verstreicht,,so folgern wir allerdings aus dem hierüber schon Erwähnten, daßkeine Art der Verwendung dieser Waffe als Regel aufzustellen wäre,weil man um mit großen Reiterei-Corps anzugreifen, nur auf sel-tene Momente beschränkt ist, aber es viel leichter wäre, eine schongeordnete Masse, nach Umständen und Erforderniß zu theilen, alseine getheilte Reitereiabtheilung, wo Größeres unternommen wer-den kann, und soll, zu versammeln. Daraus erhellet, daß es un-gleich vortheilhaster ist, die Reiterei in großen Mafien zur Verfü-gung in Bereitschaft zu stellen, weil nur, wie es die Geschichte dar-thut, mit solchen große Erfolge erkämpft wurden.
Roch beizufügen haben wir factisch, daß man in Armeen beiRecognoöcirung vor einer Schlacht, bei dem Anblick einer Ebene,die Worte ausrufen hörte: »Hier ist ein schönes Feld für Reiterei.«Damit war aber wirklich, nach späterer eigener Wahrnehmung, nurgemeint, sie darauf reiten, darauf halten zu lassen, sie bem feindli-chen Geschützfeuer bloß zu stellen, nutzlos aufzuopfern, oder weitaus dem Bereich der Schlachtlinie zurück zu ziehen, um ja die kost-baren Pferde und das schöne Material zu schonen, statt die feindli-chen Blößen aufzufinden und auf diese einzubrechen.