1634 Der Herzog Bernhard liefert der ungarisch-polnischen undkroatischen Reiterei einige glückliche Gefechte, dringt mit seinerReiterei bis an die Eger, die er aber vergeblich zu überschrei-ten versucht, und zieht sich hierauf, von der kaiserlichen Rei-terei verfolgt, nach Bopfingen zurück.
1636 In der zweiten Hälfte des dreißigjährigen Krieges durchziehtJohann Werth auf plumpen Rossen, 10—12 schwer ausgerü-steten Reiter-Regimentern das rauhe Schwarzwülder Gebirge,marschirte täglich 5—6 Meilen, und kannte dabei keine Ter-rainhindernisse und keine Pferdeschonung. Er drang mit sei-nem kühnen, allgemein Schrecken verbreitenden Reiterschwarmbis unter die Mauern von Paris, während das langsam nach-rückende Fußvolk noch mit der Belagerung von Corbin be-schäftigt war. *)
1637 Die Kosaken in der Ukraine, vom Adel gedrückt, überfallen dieam Einfluß der Samra in den Dnieper neuerbaute FestungBudak. Der polnische Unterfeldherr Pvtocki greift die Kosakenauf der Ebene von Monfini und Konzikel an, in welchemGefechte sie zwar das deutsche und ungarische Fußvolk zurück-schlagen, aber zuletzt durch die unternehmende polnische Rei-terei in Unordnung gebracht, nach Borrowitsch zurückziehen,woselbst sie eingeschlossen, aus Mangel ihren Anführer Pan-luk nebst vier andern Häuptern ausliefern müssen.
1643 (19. Mai) Prinz Conds schlägt die Spanier bei Rocroy, durchdie umsichtige tapfere Führung und die unaufhörlichen An-griffe seiner Reiterei, aufs Haupt.
1644 (18. Jänner) Der Siebenbürger Fürst Ragotzi dringt mit36,000 M., meist Reiterei, in Ungarn ein, erobert Caroli undviele dieß- und jenseits der Theiß gelegene Orte, vorzüglichaber Tokay und Eperies, zieht sich aber bei Annäherung deskaiserlichen Generals Götz, mit nur 12,000 M., zurück.
1644 (Jänner) Bei 30,000 Tataren hatten sich in der Gegend vonOtschakow zu einem Einfall in Polen zusammengezogen. Nachdem ersten Widerstände, den ihnen der Kronfeldherr Koniecz-
*) Wegen dieser thatkräftigen kühnen Handlung deS Johann Werth verdient erals General der Reiterei benannt zu werden.
Strrnuer, Prakt. Grunds.
6