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Lefevre den Befehl, zu Hilfe zu kommen. Bei der Entfernungund bei der Menge der österreichischen Streifparteien war in-dessen nicht darauf zu rechnen, daß der Befehl ankommen,noch weniger, daß er ausgeführt werden könnte. Die franzö-sische Reiterei war unter General Bonneau vereinigt und beiEuerfeld der österreichischen gegenüber aufgestellt. Die leichteReiterei, die er vorschickte, ward von der österreichischen gewor-fen. Bonneau sah die Uebermacht der Oesterreicher sich stetsvermehren; er sah, daß das Abwarten seine Niederlage nurunvermeidlicher machen würde, daß ein glücklicher Choc seineinziges Rettungsmittel sei, und ließ zum Angriff blasen. DieFranzosen ritten muthig an, warfen die österreichischen Schwa-dronen des linken Flügels (hinter dem rechten standen 14 Schwa-dronen en echellon), der Vortheil dauerte aber nur wenige Mi-nuten. Die Oesterreicher nahmen ihre geworfenen Regimenterschnell auf, attakirten ihrerseits, und bald war die gesammtefranzösische Reiterei im Handgemenge, als noch 12 österreichi-sche Kürassier-Schwadronen, die en reserve standen, das Ge-fecht entschieden. Die französische Reiterei wird mit großemVerlust bis hinter ihre Infanterie getrieben, und alle Bemü-hungen Jourdan's und Bonneau's, sie wieder zum Halten zubringen, waren fruchtlos. Der Erzherzog befahl aber hieraufden Rückzug nach Arnstein. *)
1796 (3. Sept.) In dem Treffen bei Würzburg hat das Husaren-Regiment Meßaros in ein feindliches Quarrö von 3 Batail-lone eingehauen, vernichtete selbes größtentheils, machte gegen500 Gefangene und eroberte eine 12pfündige Kanone. DerRittmeister Krohherr von Herzog Albert-Kürassieren hat mit
*) Wäre die österreichische Reiterei hier im Styl Friedrichs und Napoleons gehal-ten worden, und, nach der Niederlage der Franzosen, ihrer weichenden Ar-mee in den Rücken gedrungen, wovon sie nichts abhielt, so hätte es nie einebessere Gelegenheit zu einem entscheidenden Siege gegeben.
Einen Gegensatz zu den gemessenen Schritten des Erzherzogs mit der Rei-terei bildet die unglückliche Neigung des Generals Latour, unmäßige, unbe-rechnete Angriffe mit der Reiterei zu machen— wie z. B. am 1. September beiGeisenfeld und am 2. October bei Biberach, nämlich, ohne Rücksicht auf dasGelände — und die Reiterei überall dahin zu verwenden, wo man sich nichtanders zu helfen wußte.