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wundet, das Schlachtfeld verließ, und F. M. Möllendorf um soschwerer die dadurch entstandene Verwirrung hindern konnte,als auch bereits die starke französische Reserve-Reiterei vonNaumburg heranrückt, Napoleon sie in die vordere Schlacht-linie schiebt und mit ihr die preußische Schlachtordnungsprengt, fünf in Quarrö's aufgestellte Bataillone durchbricht— welche niedergehauen werden — und so sich der Sieg fürdie Franzosen entscheidet. *)
1806 (14. Oct.) In der Schlacht von Auerstädt hieb ein preußischesDragoner-Regiment in ein französisches Quarrs ein, dieseshielt aber Stand, empfing die Preußen auf 15 Schritte miteiner vollen Gewehrlage und tödtete ihnen neun Officiere undmehrere Leute; allein die Dragoner ließen sich dadurch nichtabhalten, stürzten sich in das Quarrs und machten den größ-ten Theil nieder.
1807 Benningsen beschließt bei dem Städtchen Oschmen mit seinerReiterei ein, 5 Meilen von ihm lagerndes, polnisches Corps zuüberfallen. 50 Kosaken an der Spitze ging der Marsch unent-deckt durch einen Wald. Als der General den Saum desselbenerreicht hatte, sah er das feindliche Corps auf 800 Schritte vorsich. Vor der feindlichen Stellung lief der Fluß Aschwenka,über den zwei breite Brücken führten. Im feindlichen Lagerwar es lebhaft. Der General bildete zwe^Colonnen und rückteaus dem Walde auf die Brücken los. Die feindlichen Schild-wachen gaben Feuer. Die russische Reiterei sprengte hierauf invollem Jagen über die Brücken und stürzte in das polnischeLager. Die Unordnung war grenzenlos. 600 Mann wurdenniedergehauen, die übrigen sammt allen Geschützen gefangen.
*) An dem Verluste dieser Schlacht war besonders die schlechte Verwendung derpreußischen Reiterei Schuld. Die ganze preußische Reiterei war in Brigadeneingetheilt, den Infanterie-Divisionen beigegeben, und so stellte sich, bei Ver-wendung derselben, der Nachtheil heraus, daß sie eigentlich Niemand comman-dirte, was Napoleon, ohne die schlechte Maßregel des Gegners zu wissen,sehr zu Statten kam. Man steht ferners in dieser Schlacht, wie wenig einzelneAttaken, wenn auch noch so glänzend ausgeführt, nützen, wie einige Chocsder preußisch-sächsischen Reiterei auf zwei französische Reiter-Regimenter un-ternahmen, welche den Preußen sehr kühn in den Rücken kamen und diesewarfen.