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180*7 (7. u. 8. gebt.) In der Schlacht von Eylau fing das siebentefranzösische Corps Augereau zu wanken an, und die Rusienniachten Miene in den Zwischenraum einzudringen, der zwi-schen diesem Corps und dem des Marschalls Soult entstand.Da erkannte Napoleon die Gefahr und kam ihr zuvor. Erschob Murat, mit 4 Divisionen Reiterei, in den Zwischenraum,unterstützt durch die Garde-Reiterei, unter Bessieres. Diese be-deutende Masse sprengte die rusiische Reiterei, durchbrach diezwei andern Linien der Russen und durchschnitt das Schlacht-feld nach seiner ganzen Breite, wohl nicht ohne Verlust, abervernichtete durch diesen glänzenden Streich eine russische Co-lonne von 4000 Mann.
1807 (8. gebt.) In derselben Schlacht bewährte sich die russischeDisposition taktisch richtig, nämlich, die größte Hälfte der Rei-terei, eirea 100 Schwadronen, zur Verfügung zu halten, unddie Infanterie der Reserve in 2 große Massen zu stellen. Meh-rere französische Regimenter wurden von den Russen aufgerie-ben; 5 französische Adler nach Petersburg geschickt; dochwurde dieser Sieg nicht benützt, denn sie ließen den geschlage-nen geind nicht nur allein in Ruhe, sondern überließen ihmsogar das gelb. *)
1807 (10. Juni) In der Schlacht von Heilsberg standen 205 Schwa-dronen russischer und 27 Schwadronen preußischer Reiterei inder Stellung vor diesem Orte und erwarteten den feindlichenAngriff. Die Gelegenheit, dem geinde in einem selbst geord-neten Angriff ihre Macht empfinden zu lassen, waren am 5.,
*) LiviuS sagt XXII. Cap. 51. Nach der Schlacht von Cannä riethen die Führerdem Sieger Hannibal, den Rest des Tages und die folgende Nacht sich undden müden Truppen Ruhe zu gönnen. Da sprach Maharbal, der Reiter-General- »Damit du wissest, was durch diese Schlacht bewirkt worden ist,mögest du am fünften Tage als Sieger auf dem Capitel speisen. Folge! laßmich aber mit der Reiterei vorausgehen, daß sie meine Ankunft gewahr wer-den, ehe sie ahnen, daß ich kommen könne.« — Hannibal hielt diese Umsichtfür allzufreudig und für zu groß, als daß er sie nicht sogleich fassen konnte,und antwortete: »Er lobe den Willen Maharbals, den Rath zu erwägen,bedürfe es Zeit.« Da sprach Maharbal: »Wahrlich! nicht Alles haben dieGötter Einem Sterblichen gegeben — zu siegen verstehst du, Hannibal! —Den Sieg zu benutzen verstehst du nicht!«