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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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110
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schiedener Erfolg. Die österreichischen Kürassiere hatten, wiedie französischen, Kopf und Brust gedeckt, aber die Rücken derersteren waren bloßgestellt, so daß sie während des Handge-menges von den französischen Kürassieren schwere Stichwun-den in die Lenden erhielten. Dieser ungleiche Kampf dauertenicht lange. Die österreichische Reiterei erlitt ungeachtet ihrerTapferkeit, als sie voin Kampfplätze weichen mußte, bedeu-tenden Verlust, da sie von den französischen Kürassieren mitihren langen Stoßsäbeln verfolgt, im Rücken verwundet, einegroße Anzahl von Todten und Gefangenen verloren. Diefranzösischen Kürassiere ließen endlich von der Verfolgung ab,kehrten sich, gingen zum Angriff der österreichischen Grena-diere über und warfen auch diese bis unter die Mauern vonRegensburg. *)

1809 (23. April) Die österreichische Armee nahm ihren Rückzug überdie Donau, durch Regensburg, theils über die steinernen Brü-cken, theils über eine bei Weichs, unterhalb der Stadt, geschla-gene Pontonbrücke. Eine Kürassier-Brigade, nebst dem Regi-mente Klenau, stellten sich in der Ebene von Regensburg, zwi-schen der Straße von Abbach und Straubing, auf. Es befan-den sich also 40 Schwadronen, mit dem schwierigen Auftra-ge, auf dem rechten Donauufer, den überlegenen Feind sowohlvon der Annäherung der Stadt, als zur Pontonbrücke abzu-halten. Zwischen 8 und 9 Uhr brach die französische Reitereiaus ihrem Lager bei Köffering auf, rückte über Ainthal vorund warf die 6 Schwadronen Merfeld-Uhlanen zurück, dieeben die Husaren abgelöst hatten. Die Kürassier - DivistonNansouty, welcher die übrige Reiterei folgte, drang vor. Dasösterreichische Kürassier-Regiment Hohenzollern attakirte steund trieb ste zurück; das Regiment Kronprinz Kürassiere fielihnen ebenfalls in die rechte Flanke, und verhinderte so dasVordringen der französischen Reiterei. Der tapfere zweckmäßiggeleistete Widerstand der österreichischen Reiterei leistete un-streitig der Armee einen höchst wichtigen Dienst; denn wenn

*) Der österreichische Verlust war, nach nicht ganz verläßlichen Angaben, 6000Todte und Blefsirte, 15,000 Gefangene, 12 Fahnen und 16 Kanonen, DieFranzosen hatten im Ganzen einen Verlust von 8000 Mann,