Band 
[Siebenter und achter Band.]
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denke dir, wie mir zu Muthe ward — es unterwegs mitder Erklärung anhielt: Er habe sich lange in Wien aufge-halten und wolle doch sehen, ob er Deutsch noch so fertiglesen könne, als ehemals. Glück über Glück, daß er nichtlange suchte, und etwa die niedlichen Bruchstücke aus demBriefwechsel der Königin Anna mit ihrem Liebhaber auf-störte. Was würden die Herren von meinem Ritterhelm ge-dacht haben, wenn sie jene Abschriften gefunden hätten!Gott sey gelobt! daß er sich nur mit dem letzten Heft be-schäftigte, nicht etwa weil es für mich weniger gefährlich —ach im Gegentheil! sondern weil der poetische Fluch auf ihnund seines Gleichen, den er vor den Augen hatte, keinWiener Deutsch war.

Er starrte das Blatt einige Minuten an und legte esmit einem „Nicht wahr ein Waschzettel?" zu den übrigen.Wer war froher als ich! Hinter mir hörte ich ein Koffer-schloß nach dem andern zuschnappen, und der Vorsitzende ent-ließ meinen Kammerdiener mit einem gebieterischen Winknach der Thüre, den er sich nicht zweimal geben ließ. Miraber ging es noch nicht so gut. Ich mußte noch zur Schluß-formel meines Verhörs die Tortur seiner Beredsamkeit aus-halten. „Mein Herr," wendete er sich mit Würde zu mir,„Ihre allerchristlichste Majestät erlauben zwar großmüthigstjedem Fremden, Ihre Staaten zu bereisen, gönnen ihm gernedie Luft, den gesellschaftlichen Umgang und die fröhlichsteTheilnahme an den physischen und moralischen Vorzüge»