136
mànnlicke Stimme. Die Klügsten der Gemeinde martertensich umsonst, die Ursache seines Leidens zu entwickeln: Wasfehlt unserm Magister? fragte Einer den Andern: Wir liebenihn ja, er ist der Vornehmste im Dorf, und er wird auchnicht etwa, wie Dieser und Jener, von einem hochmüthigenJunker geplagt, denn der unsere lebt, Gott sey es gedankt,ferne von uns, und «erbraust seine Renten in Frankreich.So klagten die Bauern den Kummer ihres Magisters! Aberumsonst blieb ihr mitleidiges Nachforschen; der tiefsinnigePastor verbarg seine Sorgen der Neugier, und außer Sonn-tags, wo fein Amt ihm gebot, schien feine Sprache verloren.Vier Jahrgänge finsterer Predigten hatt' er also geendiget:mit zitternden Händen geschrieben und auf einen Haufengesammelt, lagen sie in einem verriegelten Schranke, oft vonandächtigen Würmern besucht, die alle Buchstaben zerfraßen,und höflicher für die dankbare Nachwelt sorgten, als der be-trogene Buchhändler, der so oft mit drolligen Postillen deneinfältigen Freigeist belustigt. Aber die komische Muse hüpftängstlich über den heiligen Staub und über die traurigenSchednln des Pastors; sie beschäftige sich nur mit seinemGlücke — und erzähle den wunderbaren Traum, der ihm,bewillkommend an der letzten Stufe des Jahres, mit demEnde seines schwindsüchtigen Kummers schmeichelte:
In der zwölften Stunde der Nacht, damals, als sich daszweiundsechszigste blutige Jahr des achtzehnten Jahrhundertsvon wenigen Minuten loszuarbeiten suchte, um sich an die