Band 
[Siebenter und achter Band.]
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stand ihr Liebhaber vor ihr, und hustete immer und sprach— nichts. Lange getraute er sich auch nicht, sie anzublicken;denn ihr hüpfender Busen, von keinem ländlichen Hals-tuche bedeckt, war ein zu ungewöhnlicher Anblick für ihn,und setzte seine Nerven in ein fieberhaftes Erzittern. Mitzufriednem Mitleiden beobachtete Wilhelmine den Einflußihrer Person, und riß endlich Vater und Liebhaber aus ihrerBetäubung. Ihre harmonische Stimme bildete manche ver-traute Erzählung, bald von den Freuden des Hofs, vonenglischen Tänzen und überirdischen Opern und von denunnützen Verfolgungen ihrer lächerlichen Amante»; baldaber auch bejammerte sie mit nachdenkender Stimme den stetenWechsel des Hofs und den Ekel, der, ein unermüdeter Ver-folger aller rauschenden Ergötzungen, hinterlistig dem tau-melnden Höflinge nachschleicht, und da wünschte sie sich,welch ein Vergnügen für den horchenden Priester, einst wiedermit Ehren zur glücklichen Stille des Landes zurück. Unterdiesen anmuthigen Gesprächen, wovon meine Muse nicht dieHälfte verräth, setzte sich diese liebe Gesellschaft vertraulich undohne Gebet zu Tische. Erschrocken dachte zwar der Magisterdaran, doch durft' er es jetzo nicht wagen, sich wider dieGewohnheiten des Hofs zu empören. Um das Mittagsmahlzu verherrlichen, hatte die schöne Tochter des Hauses vierFlaschen köstlichen Weins mitgebracht. — Sie öffnete einedavon, und schenkte mit wohlthätigen Händen ihrem Liebhaberund Vater schäumende Gläser ei». Lange besah der Magister