Band 
[Siebenter und achter Band.]
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Aber noch immer schnarchte der müde Magister; ja! erwürde gewiß den Endzweck seiner Reise, den so wichtigenBesuch bei dem Hofmarschall, verschlafen haben, hätte ihnnicht die keifige Stimme eines bärtigen Juden erschreckt,der dreimal schon vergebens an die Stubenthüre klopfte.

Haben Sie etwas zu schachern? schrie der Ebräer gewaltighinein, daß die Fenster erklangen, und der betäubte Magisterin die Höhe fuhr. Der Ungläubige floh, erschrocken sah derschläftige Christ nach seiner tombacknen Uhr, erstaunte, daßes so spät war, und warf sich schleunig in seinen bepudertenSchwarzrock. Halb träumend lief er über die Gassen undohne Vorbereitung den Komplimenten des Hofmarschalls ent-gegen. Aber welche Muse beschreibt mir den Einzug desfrommen Pedanten in das vergoldete Zimmer des glänzen-den Weltmanns? In einem Schlafcvcke von Stoffe empfinger den Pastor mit offener Stirne und satyrischer Miene, diesein schlauer Diener verstand, der hinter dem Rücken desarmen Magisters die galante Falschheit widerlächelnd bewun-derte. Mit Husten und Scharrfüßen suchte der Supplikantden Eingang zur Rede; aber als Ceremonienmeister trat derbellende Melampus ihm entgegen, nöthigte ihn stille zu stehen,nnd zerstreuete die hervorquellenden Worte, daß sie ungehörtvom Hofmarschall sich an den Spiegeln zerfließen, und ihrWiederhall den bebenden Pfarrherrn in Angst und Schreckenversetzte. Endlich legte des Hofmanns mächtige Stimmedem ergrimmten Cerberns Stillschweigen auf — Gehorsam