Band 
[Siebenter und achter Band.]
Seite
176
JPEG-Download
 

176

Befehlen richtet, und den Wahn der Stadt verlachet, undseine Stunden nach der Natur mißt? Mit allen seinen Ka-lendern wird er bald sein Mittagsmahl, bald den Besuch beiseiner Geliebten und den Thorschluß versäumen.

Zwei würdige Gesellschafter beschlossen den Einzug in einemalten Schlitten, den ein unscheinbares Bildniß beschwerte. —Ob es einen nervigen Vulkan oder einen aufgeblähten Midasvorstellte, war für die Kunstrichter ein Räthsel. Ein halb-gelehrter Patricius, ehemaliger Hofmeister des Marschalls,am Stande, so wie an Wissenschaft, weder Pferd noch Esel,nahm die eine Hälfte des bretternen Sitzes ein, und auf derandern saß ein graugewordener Hofnarr, der mühsam denganzen Weg hindurch auf Einfälle dachte, in Versen undProsa, die hohe Gesellschaft zu erlustigen: aber sein leererKopf blieb ohne Erfindung. Oft weinte der Arme, daß seinAlter ihm das Ruder aus den Händen wand, das er so langeglücklich regieret, und um welches sich jetzt der fürstlicheLäufer, der Oberschenk und eine dicke Tprolerin rissen.

Niemand ward mehr erwartet, als die junge Komtesse.Der Hofmarschall stand unbeweglich an dem offenen Fenster,und seine feurigen Blicke fuhren, durch ein ungeduldigesFernglas, auf den Weg hin, woher die schöne Klariffe kommensollte. Wimmernd rang der angstvolle Magister die Hände,und versicherte ohn' Aufhören den argwöhnischen Hofmann:„die junge Dame werde gewiß kommen. Ach! sagte er, siehat mir ja mit der auftichtigsten Miene versprochen, meine